So wird Ihr Balkon zur grünen Oase
Winterzeit. Pflanzen und Tiere verschnaufen und holen tief Luft für das bald beginnende Frühjahr. Ein Blick in die meisten winterlichen Gärten scheint dies zu bestätigen: Obstbäume verharren frei von Laub und anscheinend leblos in der Kälte, die wenigen Blumen stehen blütenlos kahl in ihren Beeten.
Von den Tieren, die den Garten in Frühling, Sommer und Herbst lebendig machen, fast keine Spur. Zumindest Nadelbäume und einige winterfeste Sträucher sorgen mit ihrem Grün für einige Farbtupfer. Müssen Gartenfreunde also bis zum Frühjahr warten, bevor sie sich wieder an die Arbeit machen können? Nein!
Durch die richtige Pflanzenwahl können Gartenbesitzer auch in der Winterzeit für Farbenpracht in ihrem „Reich“ sorgen. „Für mich gehört der Winter ebenso zur Gartensaison wie alle anderen Jahreszeiten“, sagt Friedrich K., 52, aus Bonn. „Ich finde es besonders in dieser Zeit schön, auf etwas Blühendes zu schauen. Dazu muss man nur wissen, mit welchen Pflanzen das funktioniert.“ Dass er selbst in dieser Hinsicht offenbar keine Nachhilfe braucht, bestätigt ein Blick in seinen Garten. Schneerose, Zaubernuss, Winterjasmin und einige andere Blumensorten präsentieren überraschten Betrachtern in der schneidenden Januar-Kälte ihre Blütenpracht. Eine bunte Oase im Grau der sonstigen Umgebung. Folgende Pflanzen blühen auch in der Winterzeit:
• Schneerose: Blüht ab Januar, selbst bei Schnee und Eis
• Seidelbast: Blütezeit beginnt im Februar
• Duftschneeball: Blüht den ganzen Winter, beginnt schon im November
• Winterjasmin: Blüht zwischen Dezember und April
• Zaubernuss: Blütezeit beginnt im Januar
• Erika: Blüht von November bis Ende April
Wer nicht nur Wert auf einen blühenden, sondern auch auf einen grünen winterlichen Garten legt, kann dies unter anderem mit winterfestem Efeu, Koniferen oder Buchsbäumen erreichen.
Für eine schöne winterliche Bepflanzung haben Sie jetzt gesorgt. Für noch mehr Leben in Ihrem Garten können Sie mithilfe einiger Tipps sorgen. Igel zum Beispiel suchen sich für ihren Winterschlaf gerne Blätterhaufen, hohle Bäume oder Felsspalten aus. Für viele Insekten gilt dasselbe. Wenn Sie Laub zusammenfegen, denken Sie an Igel & Co. und kehren Sie einen Teil des Laubs unter Hecken oder Tannen. Sehr gut eignen sich beispielsweise auch Mauervorsprünge, Holz- und Steinstapel oder umgedrehte Schubkarren. Belassen Sie kleine Nischen und Spalten an Haus und Schuppen, soweit es möglich ist. Kurz gesagt: Versuchen Sie gezielt, Tieren ihre Schlupfwinkel zu lassen – oder schaffen Sie selbst welche.
Für Vögel können Sie im Winter Futterhäuschen oder Meisenknödel anbringen. Doch Vorsicht: Füttern Sie die Vögel nur, wenn Schnee liegt oder der Boden gefroren ist. Sonst tragen Sie dazu bei, dass die Tiere träge und unselbstständig werden. Friedrich K. hat diese Ratschläge längst verinnerlicht: „Ich genieße es, dass mein Garten ganzjährig voller Leben ist!“, sagt er. Und strahlt.
Autor: Torben Riener, Platinnetz-Redaktion
Datum: 30. Januar 2009