So wird Ihr Balkon zur grünen Oase
Bio-Produkte liegen voll im Trend und vor allem Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau stehen auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben. Warum also nicht gleich das Gemüse selbst anbauen? Immer mehr Leute greifen jetzt zu Gartenhandschuhen, Harke und Gießkanne und erfreuen sich an der frischen Ernte aus dem eigenen Gemüsebeet.
Wässerige Gurken aus niederländischen Gewächshäusern, pestizidbelastete Tomaten aus Spanien und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in importierten Paprika - beim genauen Hinsehen vergeht einem in der Gemüseabteilung des Supermarktes oft der Appetit. Gründe gibt es also mehr als genug, sein eigenes Gemüse anzubauen. Doch ganz so einfach ist das nicht, denn der Gemüseanbau gilt als hohe Kunst des Gärtnerns. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist scheinbar grenzenlos und so mancher Hobbygärtner ist schon allein mit der Auswahl seiner Gemüsesorten überfordert. Wenn man aber einige grundlegende Dinge beachtet, kann man das ganze Jahr über Freude an seinem Gemüsegarten haben und die leckeren Früchte seiner Arbeit genießen.
Zunächst sollte man darauf achten, was man wo aussät, denn manche Gemüsesorten “vertragen” sich im Beet einfach besser untereinander als andere. Außerdem muss das kostbare Saatgut vor Räubern und unerwünschten Mitessern geschützt werden - selbstverständlich so natürlich und biologisch wie möglich. Desweiteren sollte sichergestellt werden, dass dem ausgesäten Gemüse die richtige Menge an Wasser, Licht und Wärme zur Verfügung steht. Zu feuchte Böden bergen die Gefahr des Verfaulens, zu wenig Wasser hingegen ist für das Gemüsewachstum auch nicht förderlich. Ähnlich ist es mit Sonne und Schatten. Geneigte Hobbygärtner sollten aber nicht verzagen, denn mit der Zeit kommt die Erfahrung und das Gemüsegärtnern ist auf jeden Fall die Mühe wert, denn frischer kann das Essen einfach nicht auf den Teller kommen und Möhren, Salat, Tomaten und Co. schmecken so viel besser, wenn man weiß, wo es herkommt. Probieren Sie es aus!
Gemüse ist vielfältig und kann von Frühsommer bis zum späten Herbst geerntet werden. Gesät wird alles im Frühling, manche Sorten allerdings früher als andere. Schon im Februar und im März kommen die frühen Gemüsesorten zum Einsatz. Erbsen, Puffbohnen, Möhren, Spinat, Radieschen, Mangold, Rotkohl und Frühlingszwiebeln können jetzt bereits ohne Probleme in die Erde. Im April und im Mai ist dann die Hauptsaison für die Gemüsesaat und mit ihr bricht eine arbeitsreiche Zeit für den Hobbygärtner an. In diesen beiden Monaten kommen zum Beispiel Kohlrabi, Rosenkohl, Wirsing, Brokkoli, Lauch, Rettich, Rote Beete und Kopfsalat zur Aussaat. Erst ab Mai dürfen dann wärmeliebende Sorten wie Gurken, Artischocken, alle Bohnenarten, Blumenkohl, Zucchini, Kürbis und Zuckermais in den Boden. Gerade bei diesen Pflanzen lohnt es sich durchaus, sie schon im Voraus im Gewächshaus oder auf der Fensterbank vorzuziehen und jetzt nach draußen zu setzen. Auch für die sonnenhungrigen Tomaten ist dies die beste Methode, um eine ergiebige Ernte zu garantieren. Im Juni und Juli kommt das Spätgemüse an die Reihe. Sojabohnen, Mangold und die letzten Radieschen können jetzt gesät werden, ebenso immer noch früher Fenchel, Kopfsalat, Blumenkohl, Brokkoli, Möhren, Kohlrabi, Rote Beete, Spinat und Lauch. Auf diese Weise hat kann man die essbaren Ergebnisse den ganzen Sommer über ernten. Auch Wintersalate wie Chicorée, Endivien und Radicchio kommen jetzt in die Erde.
Mit ein paar Tricks und Kniffen und vielleicht ein wenig Hilfe von erfahrenen Hobbygärtnern kann sich auch jeder Anfänger bereits auf eine reiche Ernte aus dem eigenen Garten freuen. Die vitaminreichen, geschmacksintensiven und ökologisch unbedenklichen Ergebnisse sind der unbezahlbare Lohn für die arbeitssamen Stunden im Gemüsebeet und stellen alle überteuerten Bioprodukte aus dem Supermarkt in den Schatten.
Autor: Sabine Neumann, Platinnetz-Redaktion
Datum: 12. April 2011