Der Markt ist voll von Produkten, die Sicherheit für Ihren PC versprechen und zum Kauf oder zum Download bereitstehen. Stiftung Warentest hat aus diesem Grund einige der aktuellen Programme für Virenschutz auf Herz und Nieren geprüft.

Wenn Sie mit Ihrem Rechner ohne Schutz im Netz unterwegs sind, kann es sein, dass nicht nur Ihre Passwörter und Daten für die Angreifer offen liegen. Ihr ganzer Rechner kann unter Umständen blockiert und übernommen werden. Ein Virenschutzprogramm überwacht zusammen mit einer Firewall Ihren Rechner und stoppt auffällige Aktionen. Viren und Würmer können von den Programmen aufgespürt und vernichtet werden. Viren, die den Computer befallen, ersetzen bestimmte Dateien auf ihrem PC und können so diverse Programme schädigen. Sehr häufig werden sie per E-Mail oder per Datenträger weiterverbreitet. Laut Stiftung Warentest steckt sogar in jeder 250. E-Mail ein Virus. So verbreiten sich auch die sogenannten Würmer im Netz. Sie verschicken sich eigenständig auf andere Computer und verbreiten sich so ständig weiter.

Als Oberbegriff für jegliche Form von Schädlingen in diesem Bereich gilt der Begriff Malware. Sehr bekannt wurden außerdem die sogenannten Trojaner. Wie das trojanische Pferd der Griechen mit einer Kriegslist Einlass bekam, setzen sich auch diese Trojaner eine Tarnkappe auf und erscheinen als harmlose und nützliche Programme, während sie in Wirklichkeit Schädlinge sind. Sie können sich in Bildschirmschonern oder Spielen verstecken und dann langsam und unbemerkt die Übernahme des Computers vorbereiten.

Etwa 1983 soll der erste Computervirus eher per Zufall erfunden worden sein, was sich sehr schnell zu einer echten Gefahr auswuchs. Etwa seit 1988 gibt es sogenannte bösartige Viren, die Daten und Programme zerstören. Neben den klassischen Viren gibt es die Computerwürmer, welche ganze eigene Programme sind, die sich über Netzwerke und das Internet verbreiten. Häufig tarnen sich diese Würmer als E-Mail-Anhang. Dadurch, dass Sie sich selbstständig weiter verbreiten, können Sie durch die Masse an Mails, die sie produzieren, Netze und Server lahm legen.

Virenschutz muss nicht teuer sein. Die Programme bei Stiftung Warentest

Viele Virenschutzprogramme sind sogar kostenlos und bieten trotzdem für den normalen Hausgebrauch guten Schutz. Der Testsieger bei Stiftung Warentest von 2009 nennt sich „G Data“ und kostet rund 30 Euro. Hier sind Firewall und Virenschutz miteinander verknüpft. Diese Investition lohnt sich aber nur, wenn Ihr Rechner über genügend Arbeitsspeicher verfügt.

Sie können, wenn Sie möchten, für Virenschutz bis zu 70 Euro ausgeben. Doch laut Stiftung Warentest schnitt das teuerste Programm von 13 getesteten Produkten tatsächlich nur ausreichend ab. Getestet wurden allgemein der Schädlingsschutz, also Virenschutz und Firewall, sowie Handhabung und die Belastung des Rechners durch die Software. Testsieger für 30 Euro wurde hier also die „G Data Internet Security 2009“. Aber auch mehrere weitere Programme erhielten durchweg gute Noten, und das bei kostengünstigen 30-40 Euro. Diese brauchen sogar noch weniger Speicher als der Testsieger.

Und nicht alles was gut ist, muss Geld kosten. Erstaunlich erfolgreich präsentierten sich die kostenlosen Programme. Hier tat sich besonders der „Avast! Antivirus 4.8 Home Edition“ hervor. Allerdings ist hier keine Firewall, Spam-Filter oder Kinderschutz enthalten. Dafür läuft es aber auch auf älteren Rechnern mit alten Windows-Versionen einwandfrei.

Virenschutz - Tipps zum Schutz Ihres Rechners

Man sollte immer ein besonders wachsames Auge auf E-Mails und auch auf Internetseiten werfen. Denn hier können sie beim sogenannten Pishing beispielsweise per E-Mail über persönliche Daten ausspioniert werden. Überhaupt werden die Schädlinge, oder besser gesagt die Hacker, immer gewitzter. Heutzutage merkt man meistens kaum, dass der Rechner überhaupt von einem Virus befallen ist und die Viren können ungestört im Hintergrund arbeiten. Zudem hat sich seit einiger Zeit Spyware sehr weit verbreitet. Spyware sammelt Informationen über Sie bis hin dazu, dass Tastatureingaben aufgezeichnet werden, um an ihre Kennworte zu kommen.

Programme für Virenschutz können tatsächlich nie zu 100 Prozent auf dem aktuellsten Stand sein weil die Schädlinge ständig weiterentwickelt werden und sich täglich neue auftun. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihr Antivirenprogramm immer aktualisieren. Das heißt, sie sollten täglich die Updates für ihren Virenschutz überprüfen. Meistens kann man auch einstellen, dass das automatisch geschehen soll. Allerdings darf ein Virenscanner nur als Ergänzung zu allen Vorsichtsmassnahmen gesehen werden. Also zusätzlich zu: Wachsamkeit und den Einstellungen Ihres Betriebssystems und Ihres Browsers.

Sobald Sie ins Internet gehen, sollten Sie zusätzlich zur Firewall immer mit einem aktuellen Virenschutzprogramm arbeiten. Eine Firewall überprüft den Datenverkehr zwischen Rechner und Internet. Sie können die Sicherheitseinstellungen Ihrer Firewall immer anpassen. Sehr hohe Sicherheitsstufen bedeuten allerdings, dass Sie viele Internetseiten nicht mehr angezeigt bekommen. Zur Sicherheit Ihres Rechners sollten Sie ansonsten darauf achten, niemals unbekannte E-Mail-Anhänge zu öffnen und bei Downloads generell sehr wachsam zu sein. Außerdem lassen sich bei den neusten Betriebssystemen die Zugriffsrechte verwalten. Das bedeutet, dass Sie ein Konto mit eingeschränkten Nutzerrechten erstellen können, um damit im Netz zu surfen. Sie sollten sowohl Ihren Browser, Ihr Betriebssystem als auch Ihr E-Mail-Programm sichern. Sie können die Einstellungen ihres jeweiligen Browsers an Ihre Wünsche anpassen und in den Grundeinstellungen die Sicherheitsstufen erhöhen. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, dass Sie Ihre Passwörter niemals auf Ihrem Rechner speichern. Des Weiteren gehört zur Sicherheit immer dazu, dass regelmäßig Sicherheitskopien angefertigt werden. So sind Sie auch für den Fall des Falles sicher, keine Daten zu verlieren.

Jeder Rechner, der ins Internet geht, ist Viren und Würmern ausgesetzt. Natürlich hängt das auch davon ab, welches Betriebssystem sie benutzen. Windows wird besonders häufig angegriffen und wird jeden Tag von hunderten, neuen Schädlingen attackiert. Vor diesen Angriffen können Sie sich mit Programmen für Virenschutz sehr gut schützen. Wobei es sehr viele unterschiedliche Produkte auf dem Markt gibt. Von den kostenlosen Schutzprogrammen bis hin zu aufwändiger, teurer Software. Ebenso viele Produkte wie Meinungen gibt es zu dem Thema. Einige Stimmen behaupten sogar, Virenschutz sei überbewertet und teilweise sogar unnötig. Doch darauf sollte man es nicht ankommen lassen. Dem durchschnittliche Nutzer eines PCs mit einem Internetzugang ist definitiv ein Virenschutz zu empfehlen. Allerdings reicht für den Hausgebrauch ein kostenloser Virenschutz in der Regel aus.

Autorin: Nele Zymek, Platinnetz-Redaktion

Datum: 26. März 2010