Welche Tätigkeiten kann die Nachbarschaftshilfe umfassen?

Generell können alle erdenklichen Dienstleistungen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erbracht werden. Darunter fallen zum Beispiel:

•    Babysitting

•    Handwerkliche Tätigkeiten

•    Musik- und Sportunterricht

•    Nachhilfe

•    Hilfe bei Computerproblemen

•    Fortbildungen

•    Kochen

•    Putzen

Für wen kommt Nachbarschaftshilfe in Frage?

Prinzipiell kann sich jeder Mensch im Rahmen der Nachbarschaftshilfe engagieren, der sich dafür interessiert und die nötige Zeit aufbringen kann. Für Personen in der Mitte des Lebens kann dies jedoch besonders interessant sein. Nach dem Ende der Erwerbstätigkeit haben sie jedenfalls häufig genügend zeitliche Freiräume, um sich für die Belange anderer einzusetzen. Andererseits können sie später auch von der Nachbarschaftshilfe profitieren, sollten sie selbst einmal Hilfe benötigen.

Ältere Menschen, die sich nicht mehr alleine versorgen können, ermöglicht diese Unterstützung häufig, länger in der eigenen Wohnung zu leben. Die meist ehrenamtlichen Strukturen der Nachbarschaftshilfe können jedoch auch zu Problemen führen. Sie erschweren es, die Zuverlässigkeit und Qualität der angebotenen Hilfen zu gewährleisten.

Welche Formen der Nachbarschaftshilfe gibt es?

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe verschiedener Formen der Nachbarschaftshilfe. Meistens ist Nachbarschaftshilfe informell strukturiert. Es gibt aber auch größere Projekte, die von Kommunen, Kirchen, Verbänden oder Vereinen organisiert werden. Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg haben die gesellschaftliche Bedeutung der Nachbarschaftshilfe bereits erkannt. Dort gibt es Bemühungen, sie gezielt mit anderen Hilfsangeboten für hilfsbedürftige Menschen zu verknüpfen.

Weiterhin liegen den einzelnen Formen der Nachbarschaftshilfe teilweise sehr unterschiedliche Ziele und Philosophien zugrunde. Einerseits gibt es ehrenamtlich strukturierte Angebote, deren Helfer ohne Gegenleistung arbeiten. Andere Modelle beruhen auf dem Gegenseitigkeitsprinzip. Für selbst geleistete Hilfen und Dienstleistungen bekommen Helfer zum Beispiel Zeiteinheiten oder Punkte gut geschrieben, mit denen sie wiederum andere Leistungen bezahlen können. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Tauschringen.

Welche Nachteile hat die Nachbarschaftshilfe?

Trotz aller Vorzüge birgt die Nachbarschaftshilfe auch einige Nachteile. Die lose Organisationsform, in der sie meist angeboten wird, macht es beinahe unmöglich, eine durchgängig hohe Qualität der Angebote zu erreichen. Dies gilt ebenso für die Eignung, Zuverlässigkeit und Sorgfalt der Helfer. Sie haben im Gegensatz zu Fachkräften keine beruflichen Konsequenzen zu fürchten, falls sie unzuverlässig sind oder fahrlässig handeln. Deshalb steht und fällt die Qualität der Angebote mit den charakterlichen Eigenschaften der Helfer.

Die Nachbarschaftshilfe ist deshalb nicht in der Lage, professionelle Hilfsangebote zu ersetzen. Man sollte sie daher eher als deren sinnvolle Ergänzung auffassen. Holen Sie sich ausreichend Informationen ein, bevor Sie sich engagieren oder auch selber Hilfe in Anspruch nehmen. So können Sie Enttäuschungen vermeiden.

Autor: Torben Riener, Platinnetz-Redaktion