Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, seine Aufmerksamkeitsfähigkeit zu steigern. Um eine langfristige Verbesserung zu erzielen, ist wohl eine Kombination aus vielen kleinen Tipps und Tricks am wirksamsten. 

Halten Sie Ihren Körper fit

Gesunde Ernährung, viel trinken und genügend Schlaf sind die grundlegenden Dinge, die das Gehirn braucht, um leistungsfähig zu sein. Ein ausgeglichener Glukosehaushalt sowie eine hohe Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren bewirken dabei bereits wahre Wunder für die Konzentration.
Während Omega-3-Fettsäuren die Kommunikation und die Verarbeitung von Signalen im Hirn unterstützen und für eine gute Durchblutung sorgen, ist Glukose ein wichtiger Energielieferant für das Gehirn. Aber Vorsicht: Ein durch schnell verwertbare Kohlenhydrate (z.B. aus Süßigkeiten) steigender Glukosehaushalt hilft zwar der Konzentration kurzfristig, ist auf längere Sicht jedoch eher ungünstig, da solche Lebensmittel den Blutzuckerspiegel genauso schnell wieder in den Keller sinken lassen und sie die Konzentration gleich mitnehmen. Ebenso wichtig für eine optimale Aufmerksamkeitsfähigkeit ist viel Bewegung, möglichst an der frischen Luft. Denn das Hirn braucht eine hohe Sauerstoffzufuhr, um Höchstleistungen zu erzielen. Tatsächlich hilft dabei auch das Kaugummi-Kauen, denn die Kaubewegung erhöht leicht den Puls, steigert  die Durchblutung und versorgt so das Gehirn zusätzlich mit Sauerstoff. Dieser Effekt ist jedoch keine Alternative, wenn man seine Konzentration dauerhaft steigern will und außerdem oftmals (etwa bei einer Präsentation im Büro) äußerst unpassend.

Meditieren und Mittagsschlaf - Entspannung für das Hirn

Auch unser fleißiges Gehirn braucht Ruhepausen. Durch Meditieren erlaubt man dem Geist, seine Gedanken zu sammeln und zu ordnen. Durch die regungslose Haltung und das wiederholen individueller Mantren, hat man die Möglichkeit, alles andere um sich herum auszublenden, sodass das Hirn sich ausruhen kann.
Noch effektiver ist ein kurzer Tagschlaf - ein sogenanntes “power napping”, das oft zu Mittag als Mittagsschlaf genutzt wird. Verschiedenen Studien belegen, dass bereits 10-30 Minuten Schlaf “zwischendurch” die Konzentrationsfähigkeit steigert. Länger als maximal 30 Minuten sollte das Schläfchen jedoch nicht dauern - sonst fällt man in eine tiefere Schlafphase, der Kreislauf rutscht in den Keller und man kommt nur schwer wieder in die Gänge.
In Deutschland stehen jedoch bisher nur in wenigen Firmen entsprechende Ruheräume bereit, sodass beide Entspannungsvarianten im Arbeits-Alltag nur schwer umsetzbar sind. In anderen Ländern haben diese Art von Ruhepausen einen höheren Stellenwert: In China beispielsweise ist das Recht auf einen Mittagsschlaf, den “Xeu-Xi” gesetzlich festgelegt.

Kleine Übungen im Alltag

Oft fehlt schlicht die Zeit, sich mit komplizierten Logik-Rätseln auseinander zu setzen, die helfen, seine Konzentration zu verbessern. Es gibt aber im Alltag einige Situationen, die man nutzen kann, um kleine, aber effektive Übungen zu machen. Zählen Sie beim Gehen mal jeden Schritt, mal nur jeden Dritten. Oder zählen Sie beim Lesen der Zeitung jedes k, jedes i oder jedes w. Wenn man mit Bus oder Bahn unterwegs ist, bieten sich Kreuzworträtseln oder ein Sudoku für zwischendurch an.  

Äußere Faktoren

Es gibt also einige einfache Tricks, wie man etwas für die Verbesserung seiner Konzentration tun kann. Dennoch sollte man sich bei all seinen Bemühungen darüber bewusst sein, dass es ab und an wieder zu Situationen kommen kann, in denen es mit der Konzentration vielleicht auch mal nicht klappt. Denn es gibt Faktoren, die nicht immer änderbar sind. Der aktuelle emotionale und physische Zustand nimmt genauso Einfluss auf die aktuelle Konzentrationsfähigkeit wie die Umgebung, in der man sich befindet. Dinge, die extrem viel Konzentration verlangen, erledigt man also am besten mit einem ausgeglichenen Gemütszustand an einem ruhigen Ort.

Autorin: Sophia Wiese-Wagner, Platinnetz-Redaktion