Hunderttausende Menschen warten jetzt auf Nothilfe – sie benötigen dringend medizinische Versorgung, Nahrungsmittel, sauberes Trinkwasser und Notunterkünfte.

Die Johanniter leisten Hilfe

Die Johanniter haben sich sofort entschlossen Hilfe zu leisten. Ein dreiköpfiges Soforthilfe-Team der Johanniter-Unfall-Hilfe hat am Sonntag, den 17.01.2010 dringend benötigte Hilfsgüter an ein Krankenhaus in Port-au-Prince übergeben. Damit ist medizinische Hilfe dort verfügbar, wo sie am dringendsten gebraucht wird.

Am 20. Januar folgte ein zweites, zwölfköpfiges medizinisches Einsatzteam aus Ärzten, Sanitätern, Logistikern und einem Notfallseelsorger in das Krisengebiet. Es hatte fast eine Tonne medizinischer Hilfsgüter wie Medikamente, Verbandmaterial, Sterilisationstechnik sowie chirurgisches Besteck mitgenommen und behandelt seither je nach Schweregrad der Verletzungen zwischen 50 und 200 Patienten pro Tag.

Wichtige Hilfsgüter

Weitere medizinische Hilfsgüter, ein Einsatzfahrzeug, Generatoren sowie eine Trinkwasser-Aufbereitungsanlage folgen am 25. Januar mit einem Sonderflug von Lufthansa- Cargo und dem THW ab Frankfurt. Mit an Bord sind drei „Emergency Health Kits“ der Johanniter mit dringend benötigten Medikamenten, Sterilisationstechnik, Verbandmaterial und einer Grundausstattung an chirurgischen Instrumenten. Damit können über 30 000 Menschen drei Monate lang medizinisch versorgt werden.

Mobile Orthopädie-Werkstatt für Haiti

In Notoperationen werden durch die Ärzte der Johanniter und anderer Hilfsorganisationen täglich fast 100 Amputationen vorgenommen und hunderte offener Knochenbrüche behandelt. Wie diese Menschen nach den schweren Eingriffen langfristig medizinisch versorgt werden sollen, ist noch völlig unklar. Die wenigen orthopädischen Einrichtungen in Port-au-Prince sind zerstört. Die Johanniter planen daher nach der ersten Soforthilfephase ein langfristiges Engagement und schicken Orthopädie-Experten mit einer mobilen Containerwerkstatt nach Haiti. Die Werkstatt kann je nach Bedarf an ein Krankenhaus angegliedert werden.

„Nach der Erstversorgung werden wir schnellstens lokale Orthopädie-Techniker ausbilden und ausrüsten, damit eine langfristige Versorgung von verletzten und behinderten Menschen sichergestellt ist. Sonst wird Haiti langfristig zum Land der Amputierten“, befürchtet Marcel Baeriswyl, Orthopädie-Fachmann der Johanniter. Er weiß aus Erfahrung, dass die Lage dieser Menschen verzweifelt ist, da sie nach der Erstversorgung auf sich selbst gestellt sind. „Prothesen und orthopädische Hilfsmittel wie Gehhilfen und Rollstühle stellen die Mobilität der Opfer wieder her und versetzen sie in die Lage, sich um die Deckung ihrer Grundbedürfnisse nach Nahrung, Wasser und Unterkunft selbst zu kümmern“, so Baeriswyl.

Helfen Sie Opfern des Erdbebens auf Haiti mit Ihrer Spende – 58 Euro genügen, um eine Familie mit einem Überlebenspaket, bestehend aus Zeltplanen, Decken, Wasserkanistern und Verbandmaterial zu versorgen.

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Fotos: JUH