Die Brotzeit ist ein typisches Beispiel für bayerische Spezialitäten und führt, wie es für bayerische Spezialitäten allgemein gilt, auf eine lange Tradition zurück. Die Brotzeit ist eine Zwischenmahlzeit, die früher von Bauern, Almhirten, Handwerkern und Wandersleuten verzehrt wurde. Sie besteht im Wesentlichen aus einigen Scheiben würzigem Natursauerteig-Brot, verschiedenen Käse- und Wurstsorten, Pressack, Geräuchertem und Schinken. Typisch für bayerische Spezialitäten ist auch hierbei das Bier, das aus dem traditionellen Bierkrug, dem Keferloher, getrunken wird. Neben der Brotzeit sind noch andere bayerische Spezialitäten sehr bekannt.

Bayerische Spezialitäten -  Schweinshaxe und Weißwurst

Die Münchner Weißwurst steht ebenfalls stellvertretend für bayerische Spezialitäten und ist wie die Brotzeit eine Zwischenmahlzeit. Sie wird traditionell frühmorgens hergestellt und vormittags vor allem in Wirtshäusern serviert. Dazu isst man süßen Senf und Brezel. Eine Tradition ist, die Weißwurst vor Zwölf Uhr zu essen, wobei keine eindeutige Einigung darüber herrscht, woher diese Tradition stammt. Zum einen wurde damals empfohlen, Weißwürste vor Zwölf Uhr zu essen, als es noch keine Kühltechnik gab und die Haltbarkeit dadurch verkürzt wurde. Zum anderen besagt eine Theorie, dass die Würste vormittags an Handwerker verkauft wurden, die zum Mittagstisch Platz für die zahlungskräftigere Kundschaft machen sollten.

Unter den Hauptspeisen kann wohl Schweinshaxe als Innenbegriff für bayerische Spezialitäten gesehen werden. Man isst sie traditionellerweise mit Sauerkraut, das neben Rüben im 19. Jahrhundert das meistgegessene Gemüse war.

Schweinshaxn mit Sauerkraut (für 4 Personen)

4 kleine Schweinshaxen

2 x 40 g Schweineschmalz

50 ml Bier

Gewürzsalz (für Schweinebraten)

800 g Weißkohl

1 kleine Zwiebel

1 Apfel

1 EL Zucker

1/2 Liter Gemüsebrühe

1 TL Kümmel

1 Lorbeerblatt

2 Wacholderbeeren

1 EL Weinbrandessig

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen, dann die Haxen waschen, trocken tupfen und mit dem Salz einreiben. Schmalz in einem Bräter erhitzen und die Haxen von allen Seiten anbraten. Anschließend etwas Wasser angießen und die Haxen je nach Größe etwa anderthalb Stunden garen. Bei Bedarf Wasser nachgießen. Kurz vor Ende der Garzeit die Haxen auf einen Rost über der Fettpfanne legen, mit Bier bepinseln und grillen. Die Backofentür muss dabei einen Spalt offen sein.

Das Kraut in feine Streifen raspeln. Die Zwiebel und den Apfel in kleine Würfel schneiden. Den Schmalz erhitzen, Zucker dazugeben und anbräunen. Zwiebel, Apfel und Weißkraut darin andünsten. Das Ganze mit der Brühe aufgießen, Gewürze und Essig hinzugeben und alles etwa 45 Minuten garen. Danach abschmecken und mit den Haxen servieren. Dazu schmecken Knödel oder Kartoffeln.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion