Alzheimer bzw. Morbus Alzheimer ist eine Form der Demenz-Erkrankung. Der Begriff Demenz bezeichnet den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit. Charakteristsich für Alzheimer ist eine anfängliche Gedächtnisschwäche, die im Verlauf zunimmt und zum völligen Verlust der Urteilsfähigkeit und der Persönlichkeit führen kann. Nach der Diagnose leben Betroffene im Durchschnitt noch zehn Jahre, in seltenen Fällen sogar 20 Jahre. Je früher Alzheimer im Leben einsetzt, desto schneller verläuft die Krankheit auch meistens. Auch bei erblich bedingtem Alzheimer schreitet die Krankheit schneller voran, allerdings kommt das nur in fünf Prozent der Fälle vor. In der Regel schreitet Alzheimer jedoch langsam voran.

Alzheimer - mögliche Ursachen und Symptome

Alzheimer beginnt meist schon mehrere Jahrzehnte, bevor die ersten Symptome auftreten. Sogenannte Amyloide, das sind Ablagerungen aus Eiweißbruchstücken im Gehirn, behindern offenbar die Kommunikation der Nervenzellen untereinander. Bei den Amyloiden unterscheiden die Wissenschaftler zwischen mikroskopisch kleinen Fasern, den Fibrillen, und kugelförmigen Ablagerungen, den Plaques.

Bei Alzheimer sterben im Laufe der Zeit hauptsächlich Nervenzellen in den Gehirnregionen ab. Diese Nervenzellen sind an der Entwicklung von Gedächtnis, Sprache und Denkfähigkeit beteiligt. Es ist jedoch noch nicht geklärt, ob die Ablagerungen die Ursache für das Sterben der Nervenzellen sind oder eine Begleiterscheinung. Auch die eigentliche Ursache für Alzheimer ist noch immer unbekannt, wahrscheinlich gibt es aber mehrere Auslöser.

Menschen, die an Alzheimer erkranken, durchleben mehrere Stadien, die fließend ineinander übergehen können. Das erste Stadium ist die Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses, wohingegen das biografische Gedächtnis, zum Beispiel die Erinnerung an die Jugend, noch gut funktioniert. Weitere Symptome sind das Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung, Sprachstörungen und zunehmende Müdigkeit sowie Orientierungslosigkeit, wechselnde Stimmungslage, Wahnvorstellungen, eingeschränktes Urteilsvermögen und Persönlichkeitsveränderungen.

In der Anfangsphase treten auch häufig Symptome einer Depression auf. Frustration herrscht vor allem bei den Betroffenen, die den Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit an sich bemerken. In weiterem Verlauf von Alzheimer kommt es zu Verhaltensänderungen wie Verwirrtheit, Angst, Unruhe oder Aggressivität. Betroffenen Personen fällt es zunehmend schwer, Dinge oder Personen wiederzuerkennen, sie leben nur noch in der "Vergangenheit". Das Bewältigen von alltäglichen Dingen wie Ankleiden, Einkaufen oder die Essenszubereitung ist nicht mehr möglich und sie verlieren schließlich die Kontrolle über ihre Körperfunktionen.

Im Endstadium verstummen die Betroffenen häufig und werden zu bettlägerigen Pflegefällen.

Therapie bei Alzheimer

Alzheimer kann beim derzeitigen medizinischen Stand nicht geheilt werden, da es keine Arzneimittel gibt, die das Absterben der Nervenzellen verhindern können. Allerdings gibt es Medikamente, die den Krankheitsprozess von Alzheimer verlangsamen und somit die Alltagskompetenz der Betroffenen länger erhalten. Je früher Alzheimer erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf eine Verlangsamung der Krankheit.

Neben der medikamentösen Behandlung können auch zusätzlich Therapien eingesetzt werden. Dazu zählt Bewegung unter physiotherapeutischer Anleitung oder die systematische Nutzung erhaltener handwerklicher Fähigkeiten. Auch Behandlungen unter Betreuung von Psychologen und Sozialarbeitern in sogenannten Gedächtniskliniken werden angeboten.

Dazu gehört auch, die Angehörigen der Erkrankten entsprechend aufzuklären und zu schulen. Denn früher oder später werden alle Menschen mit Alzheimer pflegebedürftig, was für Angehörige eine hohe psychische Belastung darstellt.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion