Als im September 2009 der Schauspieler Patrick Swayze an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb, war das Thema in aller Munde. Aber was genau ist diese Form von Krebs? Bauchspeicheldrüsenkrebs wird in der medizinischen Fachsprache Pankreaskarzinom genannt. Es handelt sich dabei um eine der selteneren Krebsformen. Frauen und Männer sind zu gleichen Teilen von der Krankheit betroffen. In Deutschland erkranken jährlich 13000 Menschen an der Krankheit. An Prostatakrebs erkranken dagegen 64000 Männer und an Brustkrebs 59000 Frauen pro Jahr. Damit gehört Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht zu den häufigsten Krebsarten. Im Durchschnitt erkranken Männer an Bauchspeicheldrüsenkrebs mit 65 und Frauen im Alter von 74 Jahren. Demnach tritt die Krankheit vermehrt in einem höheren Lebensalter auf.

Allerdings ist Bauchspeicheldrüsenkrebs eine besonders hinterlistige und aggressive Form von Krebs. Nur etwa 10 Prozent der Tumore können zum Zeitpunkt der Entdeckung operiert werden. Die Fünfjahres-Überlebensrate liegt bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nur bei drei Prozent. Eine durchschnittliche Lebenserwartung von sechs Monaten nach der Diagnose ist eine erschütternde Aussicht für alle Betroffenen. Die allgemeinen Prognosen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sind schlecht. Auf der anderen Seite wird auch immer wieder von Fällen berichtet, bei denen Kranke auch diese Form von Krebs besiegt haben.

Warum Bauchspeicheldrüsenkrebs so gefährlich ist

Ein entscheidender Grund für die Gefährlichkeit liegt darin, dass Betroffene in der Regel zu Beginn keine Schmerzen erleiden und dadurch die Krankheit in vielen Fällen übersehen wird. Darüber hinaus bildet Bauchspeicheldrüsenkrebs sehr schnell Metastasen, breitet sich also sehr schnell aus und greift auf andere Organe über. Zum Zeitpunkt einer ärztlichen Diagnose haben sich bei mehr als der Hälfte der Betroffenen bereits Metastasen gebildet. In vielen Fällen ist die Krankheit dann nicht mehr behandelbar.

Konkrete Ursachen für eine Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs hat die Medizin bis heute nicht nennen können. Es gilt aber als sicher, dass eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung eine Erkrankung begünstigen kann. Außerdem werden der Missbrauch von Alkohol und Nikotin immer wieder als auslösende Faktoren genannt. Vor allem Raucher scheinen in dieser Hinsicht ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung zu haben.

Diagnose und Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Symptome, die infolge einer Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs auftreten, sind oft unspezifisch. Ein gesteigerter Durst, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit treten in vielen Fällen auf. Für viele Betroffene sind auch Magenschmerzen die ersten Anzeichen einer solchen Erkrankung. Sehr oft ist auch eine schmerzfreie Erkrankung an Gelbsucht beobachtet worden. Erst im fortgeschrittenem Stadium kommt es zu Stoffwechselstörungen, Verdauungsproblemen und Oberbauchschmerzen. Allerdings treten diese Symptome erst dann auf, wenn sich der Krebs bereits ausgebreitet hat.

Leider gibt es in der Medizin auch noch keine systematische Untersuchungsmethode, wie beispielsweise die Mammografie im Falle von Brustkrebs, die die Erkrankungen gut nachweisen kann. Generell werden allerdings Untersuchungsmethoden angewendet, die auch im Fall einer Bauchspeicheldrüsenentzündung zum Einsatz kommen. Ultraschalluntersuchungen und Computertomografie können dabei helfen, eine Erkrankung an Bauchspeicheldrüsenkrebs festzustellen. Um das Stadium der Erkrankung zu ermitteln, werden anschließend Röntgenuntersuchungen, Gewebepunktion, Magenspiegelung und andere medizinische Verfahren angewendet. So wird eine Kombination unterschiedlicher Untersuchungsmethoden verwendet, um den Bauchspeicheldrüsenkrebs zu diagnostizieren und sein Stadium einordnen zu können.

Falls sich der Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht über den Pankreas hinaus erstreckt, kann das Organ operativ entfernt werden. Dies ist allerdings nur in spezialisierten Kliniken möglich, da es sich um ein sehr komplexes Verfahren handelt. Eine recht neue Methode, um Bauchspeicheldrüsenkrebs zu bekämpfen, besteht darin, das Immunsystem des Patienten zu stärken, so dass das Krebsgewebe vom Körper als fremdes Gewebe angesehen wird. Über diese Technik der unterstützten Selbstheilung gibt es allerdings noch keine verlässlichen Studien. Behandlungsmethoden zur Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es zwar eine ganze Menge, allerdings hat sich bisher keine als wirklich effektiv herausgestellt. In der Regel wird eine Chemotherapie angewendet, die allerdings in vielen Fällen erfolglos bleibt. Angesichts dieser niederschmetternden Diagnosen ist es kaum verwunderlich, dass viele Menschen zu alternativen Heilmethoden greifen.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion

Datum: 13. August 2010