Die schmerzhafte Blasenentzündung (Zystitis) ist die häufigste bakterielle Infektion bei Frauen. Wer anfällig ist, leidet oft unter der unangenehmen Erkrankung. Über die Behandlung einer Blasenentzündung sind sich die Mediziner nicht immer einig. Die einen sind der Meinung, dass Frauen, die bereits Erfahrung mit Zystitis haben, die über eine gute Körperwahrnehmung verfügen und die die ersten Anzeichen erkennen, eine Blasenentzündung oft noch alleine abwenden können. Andere dagegen sind überzeugt, dass sobald Zystitis festgestellt wurde, sofort Antibiotika zu verabreichen sind. Doch gerade Frauen, die mehrmals im Jahr unter Blasenentzündung leiden, wollen nicht immer sofort starke Medikamente einnehmen und versuchen zunächst lieber, den Arztbesuch zu vermeiden. Das kann auch in vielen Fällen erfolgreich sein, doch sollte Frau spätestens, wenn Blut im Urin ist, Fieber auftritt oder die Symptome nach zwei bis drei Tagen nicht verschwunden sind, einen Arzt aufsuchen.

Einer Blasenentzündung vorbeugen

Um zu verhindern, dass körpereigene Bakterien die Harnröhre hinauf in die Blase steigen und dort für eine Entzündung zu sorgen, kann Frau einiges tun. Da es verschiedene Situationen gibt, die das aufsteigen der Bakterien begünstigen, sollten gerade anfällige Frauen auf verschieden Dinge achten. Eine der Hauptursachen für eine Blasenentzündung ist die Reizung der Schleimhäute in der Scheide und der Harnröhre beim Geschlechtsverkehr. Vor allem sogenannter "trockener Geschlechtsverkehr" sollte vermieden werden. Helfen können in einem solchen Fall Gleitmittel. Außerdem kann vorbeugend Blasentee oder Wasser getrunken werden - geht Frau dann nach dem Geschlechtsverkehr auf Toilette, werden aufsteigende Bakterien durch den Urin direkt nach draußen gespült.

Auch wenn viele Frauen nach einem Besuch des Schwimmbades über eine Blasenentzündung klagen, ist es ein Gerücht, dass man sich dort Keime einhandelt, denn eine Blasenentzündung wird in der Regel durch körpereigene Bakterien verursacht. Der Grund für eine Erkrankung nach dem Schwimmen liegt darin, dass die nasse Badekleidung zu einer Unterkühlung des Beckenbereiches führt. Und eine solche Unterkühlung begünstigt eine Blasenentzündung. Deshalb empfiehlt es sich, die nassen Kleider nach dem Schwimmen auszuziehen und sich gut abzutrocknen.

Um eine Unterkühlung zu vermeiden, sollte Frau daher auch kalte Sitzgelegenheiten meiden und auch Nieren und Füße immer warm halten. Denn auch kalte Füße verschlechtern die Durchblutung der Nieren- und Blasenschleimhaut. Viel zu trinken hilft ebenfalls bei der Vorbeugung, denn dadurch wird die Blase und Harnröhre immer gut durchgespült und damit verhindert, dass Bakterien aufsteigen oder sich in der Blase einnisten.

Blasenentzündung im Anfangsstadium: trinken, trinken, trinken

Spürt Frau die erste Symptome einer Blasenentzündung, wie ein Brennen oder Schmerzen während des Wasserlassens oder häufigen Harndrang, sollte sie sofort gegen eine Erkrankung ankämpfen. Dabei gilt es, zu verhindern, dass die Bakterien sich am Blasenrand festsetzen. Das einfachste und bewährteste Mittel ist dann das Trinken. Mindestens drei Liter Flüssigkeit am Tag sorgen für eine gute Durchspülung von Blase und Harnröhre. Geeignet sind dafür Wasser, Blasentee und Fruchtsaftschorlen, wobei vor allem der Preiselbeersaft eine heilende Wirkung hat. Vermeiden sollte man auf jeden Fall Kaffee, Schwarztee oder Alkohol, denn die Inhaltsstoffe reizen die Blase zusätzlich.

Bei leichten Entzündungen helfen oft auch natürliche Heilstoffe, wie sie etwa in Hauhechel, Birkenblättern, Orthosiphonblättern, Goldrutenkraut, Schachtelhalm, Bärentraubenblättern und Brennnesseln vorkommen. Ihre Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend und harntreibend. Sie sind entweder in speziellen Kräutertees enthalten oder als Präparat in der Apotheke zu bekommen.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion