Der Blinddarm wird oft mit dem Wurmfortsatz verwechselt. Wenn der Wurmfortsatz des Blinddarms entzündet ist, spricht man in der Laiensprache von einer Blinddarmentzündung. Eigentlich ist diese Bezeichnung aber nicht korrekt, denn lediglich der Wurmfortsatz des Blinddarms ist damit gemeint und nicht der gesamte Anfangsteil des Dickdarms, der medizinisch unter dem Namen Blinddarm fungiert. Der Wurmfortsatz ist allerdings nur ein etwa zehn Zentimeter langes Anhängsel des Blinddarms. Lange Zeit war man in der Medizin der Meinung, dass der Wurmfortsatz beim Menschen keinerlei Funktionen hat und lediglich ein evolutionäres Überbleibsel sei. Neuere Studien allerdings kommen zu anderen Erkenntnissen. So kann der Wurmfortsatz bei einer Durchfallerkrankung einen Schutzraum für nützliche Darmbakterien bilden, so dass eine schnellere Genesung erfolgt. Ganz unsinnig ist also der Wurmfortsatz beim Menschen nicht. Bei der menschlichen Verdauung allerdings spielt der Wurmfortsatz keine Rolle.

Wie eine Blinddarmentzündung entsteht

Der Wurmfortsatz ist besonders anfällig für Entzündungen, weswegen eine Blinddarmentzündung eine recht häufig auftretende Krankheit ist. Die Blinddarmentzündung ist die häufigste Erkrankung des Bauchraums. In sehr vielen Fällen findet eine Blinddarmentzündung im Kindesalter statt. Bei kleinen Kindern und älteren Menschen dagegen tritt eine Blinddarmentzündung nur sehr selten auf. Zwar ist eine Blinddarmentzündung in den meisten Fällen keine gefährliche Krankheit. Dennoch kann es sich bei ähnlichen Symptomen auch um eine bösartige Krebserkrankung handeln, die allerdings sehr selten auftritt.

Studien belegen, dass gerade in zivilisierten Ländern vermehrt Fälle von Blinddarmentzündung auftreten. Man geht davon aus, dass eine Ernährung, die zu viel Eiweiß und tierische Fette enthält, diese Erkrankung begünstigen kann. Erkennt man eine Blinddarmentzündung rechtzeitig, dann handelt es sich nicht um eine besonders gefährliche Erkrankung. Falls allerdings eine Operation zu spät erfolgt, kann sich eine Blinddarmentzündung zu einer ernsten Angelegenheit entwickeln. So kann eine zu spät erkannte Erkrankung zu einer Bauchfellentzündung oder einem Blinddarmdurchbruch führen, was beides lebensbedrohlich für Betroffene ist. Ursachen für eine Blinddarmentzündung ist oft eine Verstopfung des Wurmfortsatzes, die durch eine Kotstauung oder einen Knick entstehen kann. Weitere Ursachen für eine Blinddarmentzündung können Fremdkörper sein, die in diesen Bereich eingedrungen sind oder auch eine Entzündung des gesamten Darms, wie beispielsweise Morbus Crohn. Auch bakterielle Infektionen können zu einer Blinddarmentzündung führen.

Symptome und Behandlung einer Blinddarmentzündung

Die häufigsten Symptome einer Blinddarmentzündung sind Bauchschmerzen, die im Bereich des Nabels auftreten. Außerdem treten häufig Erbrechen und Übelkeit auf und in gelegentlichen Fällen auch Fieber. In vielen Fällen sind die Bauchschmerzen nach einer Weile so stark, dass jeder Mensch einen Arztbesuch in Erwägung zieht. Allerdings treten die typischen Symptome auch nicht immer auf, sondern nur etwa bei der Hälfte der betroffenen Personen. Bei kleinen Kindern und älteren Menschen beispielsweise tritt das typische Erscheinungsbild in vielen Fällen nicht auf. Ein Arzt, der Patienten auf eine Blinddarmentzündung hin untersucht, testet mit einer Blutuntersuchung, aber auch mit dem Abtasten bestimmter Schmerzpunkte, ob es sich um diese Erkrankung handelt. In vielen Fällen wird der Wurmfortsatz anschließend operativ entfernt. Allerdings gibt es bis heute keine Methode, die wirklich zweifelsfrei nachweisen kann, ob es sich um eine Blinddarmentzündung handelt. Da Darmwände infolge einer Blinddarmentzündung einreißen können, sollte man bei einem konkreten Verdacht recht zügig einen Arzt aufsuchen. In der Regel wird selbst bei einem Verdacht auf eine Blinddarmentzündung der Blinddarm entfernt. Dieses Verfahren wird in der medizinischen Fachsprache Appendizitis genannt. Die Operation gilt als nicht sonderlich risikoreich für Patienten.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion