Bei dem Stich einer mit Borrelien infizierten Zecke, kann es zur Infektion des Menschen kommen.

Borreliose und ihre Symptome

Die Borreliose kann alle Organe des Körpers befallen und ist schwer zu diagnostizieren. Hinzu kommt, dass eine Blutuntersuchung auf Antikörper wenig Aufschluss über eine akute  Erkrankung bringt, da die Antikörper einerseits über Jahre hinweg im Blut bestehen bleiben können. Andererseits kann es bei einer akuten Infektion bis zu einigen Wochen dauern, bis sich überhaupt Antikörper bilden. Das erste sichtbare Anzeichen einer Borreliose kann ein Hautausschlag um die Einstichstelle sein. Da dieser nicht unbedingt zeitnah nach dem Stich erfolgt, ist es möglich, dass die Borreliose schon länger vorhanden ist. Bei etwa der Hälfte der Erkrankten taucht dieser Hautausschlag auch gar nicht auf. Somit ist er keine verlässliches Merkmal einer Infektion mit Borreliose. Nach einigen Wochen breiten sich die Erreger im Körper aus, dies führt zeitgleich auch zu einer Ausbreitung der Symptome. Die Diagnose ist im weiteren Verlauf der Krankheit nicht unbedingt einfacher, da die einzelnen Symptome sehr unspezifisch sind. Sie reichen von grippe-ähnlichen Symptomen, wie etwa, Kopf- und Gliederschmerzen, bis hin zu Fieber und starken Schweißausbrüchen. Es können jedoch auch einzelne Organe befallen sein und Lähmungserscheinungen auftreten. In einigen Fällen, wenn die Behandlung verspätet einsetzt, kommt es zu einer chronischen Borreliose. Dies bedeutet, dass zwischen einzelnen Phasen, in denen der Erkrankte symptomfrei ist, immer wieder Krankheitsschübe auftreten, die behandelt werden müssen.

Borreliose und die Therapiemöglichkeiten

Je früher eine Borreliose erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Eine Borreliose wird grundsätzlich mit einer Antibiotikatherapie behandelt. Dabei spielt es keine Rolle welches Stadium die Krankheit erreicht hat, Antibiotika helfen auf jeden Fall. Wenn sie schon im Anfangsstadium der Hautinfektion verabreicht werden, reicht meist eine Einnahme von zwei Wochen, bei späteren Stadien kann sich die Antibiotikabehandlung auf bis zu vier Wochen und länger erstrecken. In einzelnen Fällen wird die Gabe des Antibiotikums auch intravenös, also per Spritze über das Blut, verschrieben. Wobei sich die Experten über die höhere Wirksamkeit dieser Form der Therapie nicht einig sind. Wer einen Zeckenstich bemerkt und die Befürchtung hat, sich mit Borreliose infiziert zu haben, wird nicht auf puren Verdacht hin behandelt. In der Regel wird von einer vorbeugenden Therapie Abstand genommen, da die wahllose Vergabe von Antibiotika nicht empfehlenswert ist. Ausnahme ist das Auftreten mehrerer zeitgleicher Zeckenstiche in einem Gebiet, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass in einem solchen Fall das Auftreten von Borreliose sehr wahrscheinlich ist.

Tipps zur Vermeidung von Zeckenstichen

Da sich Zecken überwiegend im Gras und Unterholz von Wäldern aufhalten, sollte man solche Orte soweit möglich eher meiden. Lässt sich der Aufenthalt in Wiesen und Wäldern nicht umgehen, empfiehlt es sich, Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen zu tragen. Auch die Socken über die Hosenbeine zu ziehen, kann hilfreich sein, da sich die Zecken eher in der Nähe des Bodens befinden. Die weitverbreitete Annahme, dass sich Zecken von Bäumen fallenlassen, entspricht nicht den Tatsachen. Wer von draußen wiederkommt, sollte die Kleidung wechseln und diese sowohl wie den eigenen Körper untersuchen. Da Zecken winzig klein sind, ist dafür etwas Geduld nötig, um wirklich sicher zu gehen, dass man sie auch entdeckt. Wenn nun alle Vorsichtsmaßnahmen nichts geholfen haben und man doch von einer Zecke gestochen worden ist, sollte man Folgendes beachten: Es dauert eine Weile bis die Borrelien in den Körper des Menschen eindringen, das heißt, je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Infektionsgefahr. Die sicherste Variante, Zecken zu entfernen, ist der Besuch eines Arztes. Da sich die Zecken oft an schwer erreichbaren Orten einnisten und sehr hartnäckig festbeißen, ist das Entfernen auf eigene Faust meist nicht erfolgreich. Auf jeden Fall heißt es Abstand nehmen von überlieferten Methoden, wie etwa die Zecken mit Öl zu benetzen oder sie gar abzubrennen, denn selbst während eines Todeskampfes kann es der Zecke noch gelingen, Erreger abzugeben.

Wenn man sich bemüht, die Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen, steht dem Waldspaziergang nichts mehr im Weg.

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion