Obwohl jährlich so viele Menschen an Darmkrebs erkranken, ist die Sterblichkeitsrate rückläufig. In den meisten Fällen erkranken Menschen nach dem 50sten Lebensjahr daran, wobei die Krankheit bei Männern durchschnittlich mit 69 Jahren und bei Frauen durchschnittlich mit 75 Jahren auftritt. Überwiegend befinden sich die bösartigen Geschwülste bzw. Karzinome im letzten Teil des Dickdarms oder im Mastdarm. Wird der Tumor frühzeitig erkannt, bestehen Heilungschancen von bis zu 90 Prozent. Daher ist es sehr wichtig, ab dem 50sten Lebensjahr regelmäßig zu einer Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs

Die Vorsorgeuntersuchung für Darmkrebs sieht verschiedene Verfahren vor. 50 bis 54-Jährige Männer und Frauen haben einen Anspruch auf einen Okkultblut- bzw. Hämocculttest, bei dem festgestellt werden soll, ob sich verstecktes Blut im Stuhl befindet. Ab 55 Jahren kann man eine Darmspiegelung durchführen lassen, die bei unauffälligem Befund alle zehn Jahre wiederholt werden sollte. Wer sich gegen eine Darmspiegelung entscheidet, kann den Hämocculttest alle zwei Jahre auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse durchführen lassen.

Neben der Vorbeugeuntersuchung gibt es einige Symptome, die auf Darmkrebs hinweisen und die auf jeden Fall mit einem Arzt abgeklärt werden müssen. Außer den unsichtbaren Blutspuren im Stuhl, die durch den Hämocculttest festgestellt werden können, gibt es weitere Symptome. Darmkrebs kann sich auch durch ein verändertes Stuhlverhalten bemerkbar machen, das heißt durch Veränderungen der Art und Häufigkeit der Stuhlentleerung. Lang anhaltende Verstopfungen oder Durchfall sind zum Beispiel häufige Anzeichen einer Erkrankung, vor allem wenn es sich schleichend bei Personen im Alter von über 40 Jahren bemerkbar macht. Diese Veränderungen müssen aber nicht zwangsläufig mit Darmkrebs in Verbindung stehen, sondern können auch durch veränderte äußere Lebensumstände verursacht werden. Weitere Symptome für Darmkrebs sind Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme sowie Blutarmut.

Darmkrebs - Therapie und Vorbeugung

Die Behandlung von Darmkrebs hängt von der Größe, Lokalisation und Ausbreitung des Tumors ab und ist daher unterschiedlich. In einem frühen Stadium können entartete Polypen beispielsweise schon im Rahmen einer Darmspiegelung entfernt werden. Bei einer Operation wird auch ein Teil des gesunden Darmgewebes entfernt, um sicher zugehen, dass winzige Ausläufer des Tumors nicht übersehen werden und später weiterwachsen können. Auch Lymphknoten müssen entfernt werden, da die Krebszellen über die Lymphbahnen streuen können. Aufgrund der Länge des Dickdarms, zieht die Entfernung eines Teils des Organs meist keine deutlich spürbare Beeinträchtigungen mit sich. Je nach dem, an welcher Stelle der Darmkrebs entfernt wird, muss in einigen Fällen jedoch ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, der im schlimmsten Fall dauerhaft bleibt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Schließmuskel nicht erhalten werden kann. Um das zu verhindern, wird der Darmkrebs manchmal schon vor der Operation mit Strahlen- und Chemotherapie behandelt. Eine ergänzende Chemotherapie wird nach der Operation angewandt, wenn in den Lymphknoten Tumorzellen gefunden wurden. Befindet sich der Darmkrebs in einem fortgeschrittenen Zustand, kann zusätzlich noch eine Immuntherapie mit Antikörpern angewandt werden.

Auffällig bei Darmkrebs ist, dass er besonders in den westlichen Ländern vorkommt und somit mit bestimmten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zusammenhängt, was durch zahlreiche Studien belegt worden ist. Neben der Vorsorgeuntersuchung ist die beste Methode, um Darmkrebs vorzubeugen daher, auf die richtige Ernährung und auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Zur Verminderung des Risikos sollten viele Ballaststoffe sowie Obst gegessen werden. Rotes, also unverarbeitetes Fleisch,  sollte man dagegen nur sehr selten verzehren.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion