Alle Diabetiker leiden unter einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Der wird entweder dadurch ausgelöst, dass ihr Körper kein Insulin produzieren kann oder dass das produzierte Insulin nicht ausreicht. Insulin ist dafür verantwortlich, den durch die Nahrung aufgenommenen Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, wo er in Energie umgewandelt wird. Verbleibt der Zucker, wie bei Diabetikern, im Blut, schädigt er die Gefäße und Organe. Produziert der Körper kein eigenes Insulin spricht man von Typ-1-Diabetes, woran etwa fünf Prozent aller Diabetiker leiden. Der Großteil (90 Prozent) jedoch leidet unter Typ-2-Diabetes. Bei dieser Variante produziert der Körper zwar Insulin, jedoch nicht genug, um den Blutzuckerspiegel des Erkrankten konstant zu halten.

Diabetes - wer ist gefährdet

An Typ-2-Diabetes erkranken vor allem Menschen ab dem 60. Lebensjahr. In den meisten Fällen liegt eine Erbanlage für Diabetes vor, die eine Gefahr der Erkrankung erhöht. Diese erbliche Vorbelastung führt jedoch nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung an Diabetes. Durch die richtigen Lebensgewohnheiten lässt sich auch bei einer erblichen Vorbelastung eine Erkrankung verhindern. Die Gene sind auch nicht der einzige Auslöser für Diabetes. Häufiger Grund ist eine ungesunde, unausgeglichene Ernährung, zu wenig Bewegung und Übergewicht. Gerade das Übergewicht hat häufig Diabetes zur Folge. So erkranken mittlerweile auch immer mehr Kinder und Jugendliche an Diabetes, weil starkes Übergewicht in diesen Altersgruppen immer häufiger wird. Ein zusätzlicher Risikofaktor, der Diabetes begünstigt, ist außerdem ein erhöhter Blutdruck.

Da gerade die Faktoren ungesunde Ernährung, Übergewicht, zu wenig Bewegung und Bluthochdruck oft miteinander einhergehen und sich gegenseitig bedingen und begünstigen, kann man durch eine Umstellung seiner Lebensgewohnheiten alle Faktoren gleichzeitig bekämpfen. Gerade gefährdete, also übergewichtige, erblich vorbelastete und ältere Menschen, sollten auf ihren Körper achten, um sich keinem unnötigen Risiko auszusetzen. Bei Übergewicht ist also zunächst eine Gewichtsabnahme von entscheidender Bedeutung - und das gelingt immer noch am besten und nachhaltigsten durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßigen Sport. Doch auch für die anderen Risikogruppen gilt: Viel Obst und Gemüse, nicht zu viel rotes Fleisch, weniger Zucker und Fett, mehr Fisch und immer ausreichend trinken sind die Grundregeln einer gesunden Ernährung. Dazu etwa dreimal die Woche mindestens eine halbe Stunde Sport. Tagesabläufe mit wenig Zeit zum Essen oder unregelmäßigen Essenszeiten sind ebenso zu vermeiden wie ein zu hoher Alkoholkonsum.

Welche Ernährung ist bei Diabetes wichtig

Da Diabetiker mit Typ-2-Diabetes durch ihre Ernährung ihren Blutzuckerspiegel konstant halten müssen, galten früher strenge Diätpläne. Doch mittlerweile gilt etwa das absolute Zuckerverbot als genauso veraltet wie die Ernährung mit Diabetiker-Lebensmitteln. Gerade die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) setzt sich inzwischen für eine Abschaffung der Lebensmittel-Kennzeichnung "Für Diabetiker geeignet" ein, da diese Produkte nicht nur als unnötig, sondern sogar als schädlich gelten. Zwar enthalten die meisten keinen Haushaltszucker, dafür aber viel Fett. Diabetiker kaufen diese Produkte und wiegen sich dann oft in der falschen Sicherheit, unbegrenzt davon essen zu können. Dabei nehmen sie jedoch zu viele Kalorien zu sich, die ihre Diabetes wiederum verschlimmern. Auch Diabetiker sollten sich deshalb ausschließlich von "normalen" Lebensmittel ernähren und dabei auf Ausgewogenheit achten. Mittlerweile gilt die Faustregel: Diabetiker dürfen alles essen, aber in Maßen. Da heutzutage die Nährwertangaben auf nahezu allen Produkten angegeben sind oder Tabellen entnommen werden können, kann ein Diabetiker selbst auf die Inhaltsstoffe seiner Ernährung achten. Dabei gilt es nicht nur, den Zuckeranteil im Auge zu behalten, sondern vor allem auch auf die Menge der Kalorien und der Kohlehydrate, die Diabetiker in Broteinheiten (BE) messen, zu achten. Besondere Vorsicht muss bei Lebensmitteln mit hohem Kohlehydrat-Anteil in Form von Stärke gelten. Die Stärke in Kartoffeln beispielsweise wird vom Körper sehr schnell in Traubenzucker umgewandelt. Diese Glukose geht direkt ins Blut und erhöht den Zuckerspiegel gewaltig. Bei Typ-2-Diabetes muss der Zuckerkranke seinen Blutzuckerspiegel durch seine Nahrung konstant halten - dieser darf also weder zu niedrig noch zu hoch sein.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion