Als Demenz bezeichnet man übergreifend das Verschwinden der kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten eines Menschen. Bei Demenz unterliegt also die gesamte Denkfähigkeit einem Verfallsprozess. Der eigene Orientierungssinn wird zunehmend beeinträchtigt, und mit der eingeschränkten Denkfähigkeit ist auch ein Verlust der Urteilsfähigkeit verbunden. Es versteht sich von selbst, dass ein solcher Prozess mit schwerwiegenden Persönlichkeitsveränderungen verbunden ist. Fast immer handelt es sich bei Demenz um eine Erkrankung des Gehirns. Meist ist das Kurzzeitgedächtnis zuerst betroffen. Während Patienten noch lange Zeit Jugenderinnerungen abrufbereit im Kopf behalten, gehen zeitlich naheliegende Ereignisse zunehmend verloren.

Im weiteren Verlauf einer Demenz lassen die Sprachfähigkeit und die Rechenleistung von Betroffenen nach, und mit fortschreitender Erkrankung können selbst einfache alltägliche Dinge nicht mehr verrichtet werden. Die körperliche Reinigung oder das Zubereiten von Mahlzeiten wird für die Betroffenen immer schwieriger und ist schließlich überhaupt nicht mehr möglich. Starke Stimmungsschwankungen sind eine Begleiterscheinung fortschreitender Demenz. Tragisch ist vor allem, dass viele Betroffene den eigenen geistigen Verfall durchaus selbst wahrnehmen. Aus diesem Grund ist bei vielen Patienten mit Demenz gleichzeitig eine Depression zu bemerken. Allerdings bemerken nicht alle Betroffenen die eigenen Veränderungen. Heute sind Demenz und Alzheimer die häufigsten Gründe dafür, dass Menschen in ein Pflegeheim eingewiesen werden.

Alzheimer und Demenz

In den meisten Fällen ist Demenz in Form der Alzheimer-Krankheit verbreitet. Bei etwa sechzig Prozent der Demenzerkrankungen handelt es sich um Alzheimer. Diese Krankheit tritt fast ausschließlich erst nach dem 65. Lebensjahr auf. Bei Menschen um 65 sind es nur 3 Prozent, während Personen, die älter als 85 Jahre alt sind, schon 30 Prozent die typischen Anzeichen der Alzheimer Krankheit aufweisen. Angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung sind auch die Zahlen der Alzheimer-Erkrankungen im Steigen begriffen. Anzeichen für Alzheimer sind dieselben, die man auch bei dem Überbegriff Demenz beobachten kann: Eine Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Das bedeutet, dass es Betroffenen zunehmend schwerer fällt, Informationen zu verarbeiten.

Die Ursachen für die Erkrankung an der alzheimerschen Krankheit sind bis heute noch nicht wirklich geklärt. Alzheimer ist begleitet von einem vermehrten Absterben von Gehirnzellen. In extremer Form bedeutet Alzheimer eine totale geistige Verwirrung. Man weiß heute noch recht wenig über die Krankheit. Das liegt vor allem daran, dass das menschliche Gehirn ein enorm komplexes Gebilde ist.

Alzheimer ist zwar die am häufigsten auftretendem, aber nicht die einzige Krankheit, die unter dem Begriff Demenz zusammengefasst wird. Vor allem bei Menschen in einem hohen Lebensalter können auch Durchblutungsstörungen im Gehirn für einen geistigen Verfall verantwortlich sein. Dies tritt vor allem nach einem Schlaganfall auf. In der Medizin nennt man dies vaskuläre Demenz. Demenz kann aber auch als Folge von Stoffwechselstörungen und durch chronische Vergiftungszustände, wie dies bei Alkoholikern üblich ist, vorkommen. Auch ein Hirntumor oder eine Infektionskrankheit wie Aids können für Demenz verantwortlich sein.

Behandlung und Analyse von Demenz

Die Geriatrie, also der Bereich der Medizin, der sich mit den Folgen des Alterns beschäftigt, steht bezüglich Alzheimer und Demenz vor einer großen Herausforderung. Die generelle Lebensdauer des Menschen verlängert sich stetig durch neue medizinische Kenntnisse, weshalb Krankheiten, die überwiegend in einem hohen Lebensalter auftreten, auch stark im Steigen begriffen sind. Vor allem Angehörige sind bei der Erstellung einer Diagnose ein sehr wichtiger Faktor. Da sie oft die einzigen Menschen sind, die in der Lage sind, den Krankheitsverlauf ausführlich zu beschreiben, ist ihre Bedeutung bei der Beurteilung des Krankheitsbildes sehr wichtig. Denn Betroffene sind zum Zeitpunkt einer umfassenden Analyse oft nicht in der Lage, die eigene Befindlichkeit genau zu beschreiben.

Bei einer umfassenden ärztlichen Untersuchung wird zunächst versucht, den Grad der Vergesslichkeit zu bestimmen. Dazu gibt es mittlerweile eine Reihe von psychologischen Tests, wie beispielsweise den Syndrom-Kurz-Test oder den Mini-Mental-Status-Test. Außerdem können bildgebende Verfahren, wie etwa die Kernspin-Tomografie den Zustand des Gehirns weiter analysieren. Demenz und Alzheimer lassen sich medizinisch nicht heilen. Allerdings kann der Verfallsprozess entscheidend verlangsamt werden. Dabei werden sowohl Medikamente als auch verschiedene Formen des Gedächtnis- und Gehirntrainings durchgeführt. Wichtig sind dabei auch persönliche Bezugspersonen. Da viele Menschen, die an Demenz leiden, einen erhöhten Kalorienbedarf haben, ist es wichtig, genau auf die Ernährung der Betroffenen zu achten. Man sollte aber Vergesslichkeit auf keinen Fall mit Demenz verwechseln. Auch kann eine Depression mit Vergesslichkeit verbunden sein. Aus diesem Grund handelt es sich nicht bei jeder Form von Beeinträchtigung der Denk- und Konzentrationsfähigkeit um Demenz.

Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion