Für Diarrhoe - so lautet der medizinische Begriff - gibt es mehrere Ursachen. Auch wenn man häufig von Durchfallerkrankung spricht, ist Durchfall keine Erkrankung, sondern ein Symptom. Die häufigste Ursache bei akutem Durchfall sind Infektionen durch Erreger. Die fieberhafte Verlaufsform wird durch Bakterien wie Campylobacter und Salmonella verursacht. Die nicht fieberhafte kann auch durch Viren, häufig in Form einer Magen-Darm-Grippe ausgelöst werden. Auch bei einer Lebensmittelvergiftung kann es bakteriell bedingt zu Durchfall kommen. Durchfälle bei Erwachsenen, die nur wenige Tage andauern, sind in der Regel harmlos.

Chronischer und akuter Durchfall

Dauert der Durchfall länger als zwei Wochen an, spricht man von chronischem Durchfall. Oft ist der chronische Durchfall das Symptom von schweren Erkrankungen wie einer chronischen Darmentzündung, einer chronischen Darminfektion (verursacht durch Parasiten), einer Schilddrüsenüberfunktion oder Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er kann aber auch harmlosere Ursachen haben und durch ein Reizdarmsyndrom oder Abführmittelmissbrauch verursacht werden. Sollte ein Durchfall längere Zeit anhalten, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Die Ursache eines chronischen Durchfalls wird durch Darmspiegelung, Magenspiegelung, Ultraschall oder Computertomografie ermittelt. Ist die Krankheit ermittelt, wird sie entsprechend behandelt. Bei akutem Durchfall behandelt der Arzt zunächst nur mögliche Beschwerden, da er häufig schon nach ein paar Tagen wieder abklingt. Aber auch akuter Durchfall kann aufgrund des Flüssigkeitsverlustes gefährlich sein, vor allem für ältere Menschen, Kinder und Schwangere.

Was kann man gegen Durchfall tun?

Ein massiver Durchfall, kann bei starkem oder lang anhaltendem Flüssigkeitsverlust zu einem Kreislaufkollaps führen, in Folge dessen möglicherweise auch die Nieren versagen. Deshalb muss auch bei starkem akuten Durchfall auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Bei leichtem Durchfall ist eine ausreichende Zunahme von Flüssigkeit und Salzen wichtig. Täglich sollten drei bis vier Liter Flüssigkeit zu sich genommen werden. Damit der Körper das Wasser speichern kann, müssen die Getränke Zucker, Salz und Kalium enthalten. Cola und Säfte sind nicht geeignet, da sie zu viel Zucker und zu wenig Natrium und Kalium enthalten. Kleinkinder unter fünf Jahren sollten geeignete Elektrolytlösungen aus der Apotheke zu trinken bekommen. Erwachsene können die Elektrolytlösung selbst zubereiten: Dazu benötigt man einen halben Teelöffel Salz und fünf Teelöffel Traubenzucker, die man in einem halben Liter abgekochtem Wasser auflöst und mit Orangensaft abschmeckt. Auch Hausmittel wie geriebene Karotten, geriebene Äpfel oder zerdrückte Bananen helfen bei leichtem Durchfall. Da entsprechende Medikamente bei akutem Durchfall die Symptome nur unterdrücken und der Erreger trotzdem im Darm bleibt, sind sie nur in seltenen Fällen sinnvoll. Um die Salze aufzunehmen, eignen sich klare Suppen. Wenn der Appetit wieder kommt, kann normal gegessen werden, allerdings sollten milchhaltige Nahrungsmittel vermieden werden.

Oft kann man akutem Durchfall aber vorbeugen: Da es sich häufig um eine Infektion durch Bakterien oder Viren handelt, ist bei Lebensmitteln auf die Hygiene zu achten. Geflügel, Fleisch, Krusten-, Schalen- und Weichtiere können Salmonellen enthalten und müssen bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius aufbewahrt werden. Die Lebensmittel müssen von anderen getrennt sein und auch separat zubereitet werden. Speisen mit rohem Ei sollte man sofort verbrauchen, Hackfleisch noch am Tag der Herstellung. Wichtig ist auch, dass man Geflügel, Fleisch und Fisch gut durchbrät.

Auf Reisen kommt es vor, dass ein Durchfall den lang ersehnten Urlaub plötzlich verdirbt. wenn die Reise in ein Land geht, in dem Durchfall-Erreger wie zum Beispiel Typhus häufig vorkommt, sollte man sich vorher impfen lassen. Außerdem ist es wichtig, sich vor jedem Essen gründlich die Hände zu waschen, Obst und Gemüse zu schälen und Wasser vor dem Trinken abzukochen.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion