Scharlach ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit. Die Beta-hämolysierenden Streptokokken, die die Krankheit verursachen, produzieren das Scharlach-Toxin, ohne das es lediglich zu einer eitrigen Mandelentzündung kommt. Die Krankheit einmal überstanden zu haben, schützt nicht vor weiteren Infektionen. Ein Mensch kann im Laufe seines Lebens mehrfach an Scharlach erkranken, da es verschiedene Gruppen von Streptokokken gibt, die Auslöser der Krankheit sind.

Scharlach - Die Symptome

Die Scharlach auslösenden Streptokokken befallen die Schleimhäute in Mund und Rachen. Meist werden sie durch Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten übertragen. In selteneren Fällen auch durch Spielzeug, Geschirr oder Besteck. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, beträgt ein bis fünf Tage.

Scharlach beginnt mit plötzlich eintretendem hohen Fieber und Erkältungssymptomen wie Schluckbeschwerden, Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Außerdem schwellen die Mandeln an und bekommen kleine, eitrige Beläge. Auch die Halslymphknoten schwellen an. Ein deutlicher Hinweis auf Scharlach ist auch das Anschwellen der Lymphknoten im Unterkiefer.

Im Verlauf der Krankheit, ungefähr ab dem dritten Tag, färbt sich die Zunge himbeerrot und ein roter, dichter und feinfleckiger Ausschlag (Exanthem) breitet sich, vom Brustkorb beginnend, über den ganzen Körper aus. Besonders stark sind Leistengegend und Armbeugen betroffen. Eindeutiger Hinweis: Das Dreieck zwischen Mund und Kinn bleibt immer weiß. Wie stark die Rötungen ausgeprägt sind, hängt vom Immunsystem des Patienten ab. Sie sind daher nicht bei allen Betroffenen gleich stark. Erst nach ein bis drei Wochen nach Krankheitsbeginn verschwindet der Ausschlag wieder und die Haut schuppt sich. Davon sind Handflächen und Fußsohlen besonders stark betroffen.

Für eine sichere Diagnose reichen die äußeren Krankheitszeichen nicht aus, da verschiedene andere Erkrankungen ganz ähnliche Symptome verursachen können. Um sicher zu gehen, muss ein Schnelltest durchgeführt oder eine bakteriologische Kultur angelegt werden. Dazu nimmt der Arzt einen Abstrich von den Mandeln und züchtet im Labor eine Kultur an, so dass der Erreger sicher identifiziert werden kann.

Was tun bei Scharlach?

Gegen Scharlach muss zehn Tage lang ein Antibiotikum eingenommen werden. Die besten Erfolge erreicht man mit Penicillin. Ist man allergisch gegen Penicillin, stehen verschiedene andere Antibiotika wie Erythromycin, Roxithromycin oder Cephalosporin zur Verfügung. Schon ein bis zwei Tage nach Beginn der Therapie mit dem Antibiotikum kann man andere nicht mehr anstecken. Wird die Krankheit dagegen nicht gezielt behandelt, besteht die Ansteckungsgefahr für rund drei Wochen.

Bei hohem Fieber während der akuten Erkrankung ist Bettruhe nötig. Viel trinken ist wichtig, um den Schleim in der Lunge zu lösen und ihn abhusten zu können. Da die Hustenanfälle meist nachts auftreten, sollte man für kühle, feuchte Luft im Schlafzimmer sorgen, um die Atmung zu erleichtern. Ist die Luft zu trocken, kann man feuchte Handtücher oder Wäsche im Zimmer aufhängen.

Ziel der Therapie ist nicht nur, die Beschwerden zu lindern, sondern auch, Komplikationen zu verhindern, die bei Erwachsenen auftreten können. Wird Scharlach nicht entsprechend behandelt, können ernste Komplikationen und Spätfolgen auftreten. Beim so genannten toxischen Verlauf kann das von den Bakterien gebildete Gift zu hohem Fieber bis 41 Grad, Kreislaufversagen, Krämpfen und Herzmuskelentzündung führen. Beim so genannten septischen Verlauf breitet sich die Infektion durch den Blutkreislauf im ganzen Körper aus und kann zu Hirnhautentzündung oder vereiterten Nasennebenhöhlen führen. Als mögliche Spätfolge der Erkrankung kann rheumatisches Fieber auftreten, bei dem sich Antikörper gegen Herzklappengewebe oder gegen Nierengewebe richten. Zwei Wochen nach Krankheitsbeginn sollte man einen Urintest durchführen lassen, bei dem eine Nierenkörperchenentzündung ausgeschlossen werden soll.

Wird Scharlach frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt, kann man drei Tage nach Ausbruch der Krankheit schon wieder auf den Beinen sein. Zögern Sie also nicht, zum Arzt zu gehen!

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion