Knackpunkt Knie? So bleiben Ihre Knie fit!
„Was rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmacket?“
Dieses Zitat, das man dem Reformator Martin Luther zuschreibt, deutet darauf hin, dass man bereits im Mittelalter Probleme mit der Verdauung kannte. Und dass man mit dem Alarm im Darm ungezwungener umging, als man es heute tut.
Denn Verstopfung gehört nicht nur zu den Zivilisationskrankheiten Nummer eins in unseren Breitengeraden, es ist auch tabu, darüber zu reden. Dabei ist sie mehr als unangenehm und kann einem den Tag im wahrsten Sinne des Wortes versauen.
Der Darm ist ein hochsensibles Organ, das Schwerstarbeit zu leisten hat. Vom Zwölffingerdarm bis zum Mastdarm, ist er mit sechs Metern der längste Abschnitt unseres Verdauungssystems. Aus zwei Kilogramm Nahrung pro Tag filtert er alle für den Menschen verwertbaren lebenswichtigen Nährstoffe heraus.
Treten Störungen auf, reagiert das Organ empfindlich. Völlegefühl, Unwohlsein, aufgeblähter Bauch, harter Stuhl – der Toilettengang wird zur Qual. Man ist nicht richtig krank aber man leidet, bekommt schlechte Laune und bisweilen sogar Kopfschmerzen. Besonders in den westlichen Industrieländern tritt Verstopfung häufig auf. Bei Frauen doppelt so oft wie bei Männern. In Deutschland leiden 30 bis 60 Prozent der Bevölkerung daran. Doch was genau ist Verstopfung? Fachleute haben sich auf folgende allgemeine Definition geeinigt:
Mediziner sagen, wenn über mindestens drei Monate der Stuhlgang länger als drei bis vier Tage ausbleibt, wenn auch bei längeren Toilettenbesuchen starkes Pressen erforderlich ist und wenn dennoch ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung bestehen bleibt, spricht man aus medizinischer Sicht von einer chronischen Verstopfung.
Bei gesunder ballaststoffreicher Ernährung geht man davon aus, dass der Mensch sich einmal täglich entleert. Aber auch dreimal täglich oder alle zwei bis drei Tage gelten noch als „normal.“ In den meisten Fällen ist Verstopfung chronisch, das bedeutet, dass der Betroffene dauerhaft immer wieder unter Obstipation leidet.
Diese erfordert eine Umstellung des gesamten Lebensstils. Das bedeutet, nicht nur mehr Ballaststoffe essen und viel trinken sondern auch Sport treiben, Strecken mit dem Fahrrad oder zu Fuß statt mit dem Auto zurücklegen und die Treppen hinaufsteigen statt den Fahrstuhl benutzen. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich im täglichen Leben zu bewegen.
Akute Verstopfung dagegen hat immer eine vorübergehende Ursache, die, wenn sie beseitigt ist, auch die Verstopfung wieder beseitigt. Das heißt auf Reisen, bei Bettlägerigkeit, hormonellen Veränderungen oder Medikamenteneinnahme tritt sie auf und verschwindet beim Übergang in die normalen Lebensgewohnheiten wieder.
Hauptursache für chronische Verstopfung in den westlichen Industrieländern ist nicht nur eine falsche Ernährung und Bequemlichkeit. Auch ständiger Stress, Zeitmangel und Hetze können Verstopfung verursachen. Obstipation muss auf jeden Fall ernst genommen und die Ursache vom Arzt abgeklärt werden. Das ist wichtig, bevor man zu Abführmitteln greift. Zum einen kann die Verstopfung Symptom einer organischen Erkrankung im Verdauungsbereich sein (z. B. ein Tumor). Und der muss ausgeschlossen werden. Zum anderen ist die Obstipation meist begleitet von einer Reihe unangenehmer und das Wohlbefinden sowie die Gesundheit beeinträchtigender Begleiterscheinungen wie z. B. Hautproblemen, Hämorrhoiden, Bildung von Kotsteinen und Schmerzen im Unterbauch.
Auch Blähungen sind häufig lästige Begleiterscheinungen bei Verstopfung. Sie sind vor allem eins: unangenehm und auch bisweilen äußerst schmerzhaft. Der Bauch ist vorgewölbt und prall, häufig kommt es zu Spannungen und Völlegefühl bis hin zu Krämpfen und kolikartigen Schmerzen. Etwas Luft im Darm zu haben ist beim Verdauungsvorgang völlig normal. Der Geruch wird durch Darmbakterien verursacht, die schwefelhaltige Gase produzieren. In der Regel sind Blähungen in den meisten Fällen kein Grund zu Besorgnis. Sie entstehen, während sich die Magensäure neutralisiert oder durch die Aktivität von Dickdarmbakterien. In der Regel entweichen sie auf natürlichem Weg, ohne Beschwerden zu verursachen.
Und denken Sie dran: Eine Zufuhr von Ballaststoffen ist wichtig, sollte aber immer in angemessenen Portionen erfolgen. Eine Menge von etwa 30 Gramm pro Tag, wie sie z.B. in drei Scheiben Vollkornbrot enthalten ist, reicht aus, um die Verdauung auf natürlichem Wege zu fördern. Und dazu sollten Sie immer reichlich Flüssigkeit trinken.
Autorin: Karin Faust, Redakteurin Rubin
Datum: Rubin Ausgabe 2/2009, Juni-August
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