Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie ist Schutzschild und Aufnahmeorgan für Medikamente und Hormone. Und gerade weil sie so aufnahmefähig ist, sollte man darauf achten, was in den Cremes und Lotionen steckt, die man auf die Haut aufträgt. Denn nicht nur Medikamente werden durch die Haut zu den Organen getragen, sondern auch die verschiedenen Inhaltsstoffe der Kosmetik. Die Haut ist zehn mal aufnahmefähiger als der Darm und wird damit zu Recht oft als Atmungsorgan oder zweite Lunge bezeichnet.

Die Inhaltsstoffe der Kosmetik

In den meisten Kosmetik-Produkten steckt viel Chemie. Duschgels und Shampoos sollen ordentlich schäumen, Deos müssen gleich das Schwitzen ganz und gar verhindern und Lotionen sollen nach Vanille oder Limone duften, schnell einziehen und die Haut straffen. Dass das nicht ohne Chemie zu schaffen ist, liegt auf der Hand. Kosmetik aus dem Bioladen riecht weit weniger intensiv und Shampoos und Duschcremes kommen ohne Schaumbildner aus. Doch der Markt verlangt nach bunten, schäumenden und duftenden Produkten, die gleichzeitig auch noch wenig kosten. Die Folge dieser Nachfrage ist, dass billige Substanzen verwendet werden, um die gewünschten Effekte zu erzielen. All die chemischen Inhaltsstoffe sind zwar auf den Packungen der Kosmetik verzeichnet, doch können die wenigsten sich unter Bezeichnungen wie "Diethanolamine" etwas vorstellen. Über die Wirkungen dieser Stoffe macht man sich auch selten Gedanken. Natürlich sind nicht alle Inhaltsstoffe bedenklich und gesundheitsgefährdend. Man sollte aber wissen, womit man sich eincremt.

Viele Lippenpflegestifte enthalten Mineralöle. Diese aus Erdöl hergestellten Stoffe sind Ersatz für teure und hochwertige pflanzliche Öle. Einige von ihnen können sich in Leber, Niere und Lymphknoten anreichern. Sie verschließen die Poren und beeinträchtigen die Atmung der Haut. Gerade bei Lippenpflegestiften ist Vorsicht geboten: Mehrmaliges Benutzen pro Tag kann dazu führen, dass der von der WHO (Welt-Gesundheits-Organisation) festgelegte ADI-Wert überschritten wird. Der ADI-Wert gibt die Menge an, die von einem Stoff täglich aufgenommen werden kann, ohne dass die Gesundheit gefährdet wird. Im leichtesten Fall entsteht dadurch eine Abhängigkeit vom jeweiligen Lippenpflegestift. Mineralöle erkennt man auf der Packung an folgenden Bezeichungen: Paraffin, Microcristalline Wax, Petrolatum, Mineral Oil, Ceresin, Paraffinum liquidum, Cera microcristallina, Vaseline und Eucerinum anhydricum.

Vielen reicht ein normales Deo heute nicht mehr aus. Die meisten Deodorants werben daher damit, gleichzeitig ein Anti-Transpirant zu sein, so dass unangenehme Gerüche erst gar nicht entstehen können. Um die Schweißbildung zu hemmen, wird Aluminium eingesetzt. Auf der Verpackung finden sich dann entweder Aluminium Stearate oder Aluminium Chlorophydrate. Beide Stoffe verstopfen die Poren der Haut und können so zu Entzündungen der Haut und der Drüsen führen.

Deos, Parfüms und Kosmetik sollen natürlich gut duften und oft findet sich darin der Duftstoff Eichenmoos. Klingt nach Natur pur, nicht wahr? Ist aber hochgradig allergieauslösend, also besser Finger weg vom Deo mit Eichenmoos.

Aus dem gleichen Grund finden sich in Kosmetik häufig polyzyklische Moschusverbindungen. Dahinter verbergen sich synthetische Duftstoffe, die auf der Packung auch schlicht als „Parfüm“ oder „Fragance“ auftauchen. Sie können bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen und haben sich in Tierversuchen teilweise als krebserregend und erbgutverändernd gezeigt. Polyzyklische Moschusverbindungen lagern sich im Fettgewebe an und sind sogar in der Muttermilch nachweisbar. In Tierversuchen zeigten sich Hinweise auf Leberschäden. Außerdem stehen sie in Verdacht, nervenschädigend zu wirken.

Damit sich Kosmetik möglichst lange hält, gibt man ihr Konservierungsstoffe zu. Viele dieser Stoffe können Allergien auslösen und was noch schlimmer ist: Sie können krebserregende Nitrosamine bilden und werden bei Licht zu Formaldehydabspaltern, das heißt sie setzen in der Haut Formaldehyd frei. Formaldehyd ist ein farbloses, giftiges, krebserregendes Gas, das schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizt und Kopfschmerzen und chronische Müdigkeit auslösen kann.

Die meisten Konservierungsstoffe sind halogenorganische Substanzen, die als krebserregend gelten (erkennbar an den Bestandteilen „Bromo“, „Jodo“ oder „Chloro“). Konservierungsstoffe können außerdem Juckreiz auslösen und lassen die Haut schneller altern. Das ist nicht gerade das, was man will, wenn man sich eine Anti-Aging Creme kauft. Konservierungsstoffe verstecken sich hinter den Bezeichnungen: Sodium Benzoate, Methylisothiazolinone, Methylchloroisothiazolinone, Methylparaben, Chloroacetamide, Butylene Glycol, 5-Bromo-5-Nitro-1,3-Dioxane, 2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol, Bronopol und Benzyl Alcohol. Fomaldehydabspalter sind außerdem Imidazolidinyl-Harnstoff, Imidazolidinyl-Urea, Bronidox, Diazolidinyl-Harnstoff, Diazolidinyl-Urea, und DMDM Hydantoin.

Der Stoff DMDM Hydantoin ist als Konservierungsmittel nicht erlaubt und wird daher auf der Verpackung als Feuchthaltemittel oder Enthärter angegeben. Auch er ist ein Formaldehydabspalter, der Nitrosamine bilden kann, allergieauslösend, eiweißverändernd und erbgutverändernd wirken kann.

Finden Sie auf der Packung Ihrer Kosmetik die Buchstaben PEG (Poly-Ethylen-Glykole) oder „...eth“ in Verbindung mit einer Zahl, zum Beispiel Ceteareth-33, verbergen sich darin so genannte PEG oder PEG-Derivate. Auch Copolyol, Polyglykol und Polysorbate zählen zu diesen Stoffen. In der Regel handelt es sich dabei um Emulgatoren, also Stoffe, die dafür sorgen, dass sich Öl und Wasser verbinden. In Shampoos dienen sie als Tenside, also als waschaktive Substanzen. Außerdem finden sie sich in Haarfarbe und Gesichtscremes. PEG-Derivate können die Zellwände aufweichen und so die Aufnahme von Schadstoffen begünstigen und die Hautalterung beschleunigen. Auch sie gelten als potentiell krebserregend.

Kosmetik aus dem Bioladen

Die Liste der schädlichen und gesundheitsgefährdenden Stoffe ist lang, so dass hier bei weitem nicht alle aufgezählt werden können. Vorsicht ist jedenfalls immer dann geboten, wenn ein Produkt stark parfümiert ist oder stark schäumt. Sehr lange Haltbarkeitszeiten mahnen ebenso zur Vorsicht wie besonders bunte Farben. Oft suggeriert der Name oder das Design der Verpackung, dass nur natürliche Inhaltsstoffe verarbeitet würden, doch häufig ist das nur eine Verkaufsstrategie. Lesen Sie die Liste der Inhaltsstoffe auf der Packung und entscheiden Sie selbst.

Wer sicher sein will, keine potentiell krebserregenden oder allergieauslösenden Stoffe in der Kosmetik zu haben, sollte auf Naturkosmetik setzen. Diese enthält weder künstliche Duftstoffe noch Konservierungsstoffe oder Schaumbildner. Sie besteht aus hochwertigen pflanzlichen Inhaltsstoffen, die man bedenkenlos benutzen kann. Einige dieser Kosmetik-Produkte sind sogar vegan, haben also keinerlei tierische Inhaltsstoffe. Die Natur hat im Vergleich zur Discounterware ihren Preis – aber verglichen mit Cremes aus der Parfümerie, die oft schädliche Chemie enthält, ist sie noch günstig zu haben. Die Gesundheit sollte es einem wert sein.

Autorin: Elke Liermann, Platinnetz-Redaktion'

Datum: 17. März 2010