Mann riecht an Basilikum

Wie wird fortgeschrittener Parkinson behandelt?

Ziel der Behandlung ist es, den Verlust von Dopamin im Gehirn auszugleichen bzw. das Gleichgewicht verschiedener Botenstoffe im Gehirn wieder zu verbessern. In den ersten fünf bis zehn Jahren der Erkrankung lassen sich die Beschwerden meistens gut mit Tabletten oder Wirkstoffpflastern behandeln.

Behandlung im fortgeschrittenen Stadium

Mit Fortschreiten des Morbus Parkinson erschweren Wirkungsschwankungen allerdings oft die Therapie: Die Spannbreite der optimalen Konzentration von Medikamenten wird im Körper zunehmend schmaler. Selbst bei regelmäßiger Einnahme der Medikamente schwanken die Wirkspiegel immer häufiger und lösen Beschwerden aus. Mediziner sprechen hier von „On-Phasen“ bei guter Wirksamkeit und „Off-Phasen“ bei Unwirksamkeit der Therapie. Hinzu kommen mitunter Phasen der Überbeweglichkeit, bei denen zu viel Wirkstoff im Körper ist.

Für den fortgeschrittenen Morbus Parkinson stehen drei Behandlungsmethoden zur Verfügung, über die sich jeder Betroffene und seine Angehörigen bereits frühzeitig informieren sollte, um sich mit den Optionen auseinandersetzen zu können. Sie haben das Ziel, die Selbstständigkeit des Patienten zu erhalten und seine Lebensqualität zu steigern.

  • Kontinuierliche Apomorphin-Infusion
  • Apomorphin ist ein sogenannter Dopaminagonist: Der Stoff gelangt über das Blut ins Gehirn und erzielt hier ähnliche Effekte wie das Dopamin. Eine Medikamentenpumpe bringt den Wirkstoff über einen Schlauch und eine Nadel direkt unter die Haut. Der Patient trägt die Pumpe während der Wachzeit und muss mindestens einmal täglich die Nadel einstechen. Bei dieser Therapie können andere Parkinsonmedikamente meistens reduziert werden. Durch die kontinuierliche Verabreichung des Dopaminagonisten lassen sich „Wirkungsschwankungen“ vermeiden oder zumindest glätten.
  • Kontinuierliche L-Dopa-Infusion
  • Levodopa (auch L-Dopa genannt) wird in Kombination mit Carbidopa über eine Medikamentenpumpe und eine Sonde direkt in den Dünndarm verabreicht. Dort erfolgt die Aufnahme ins Blut. So wird die ungleichmäßige Magenentleerung umgangen, die bei der Einnahme von Tabletten dazu beiträgt, dass die Medikamentenwirkspiegel schwanken. Patienten können von dem Einsatz der Pumpe profitieren, wenn die punktgenaue Einnahme von Tabletten trotzdem nicht zum gewünschten Therapieerfolg führt. Voraussetzung ist, dass dem Patienten operativ eine Sonde in den Dünndarm gelegt wird. Mit der kontinuierlichen L-Dopa-Infusion gelingt es in den allermeisten Fällen, die Motorik entscheidend zu verbessern und auf die Einnahme zusätzlicher Parkinson-Medikamente zu verzichten.
    • Tiefe Hirnstimulation
    • Bei der Tiefen Hirnstimulation (THS) werden zwei Elektroden ins Gehirn vorgeschoben. Sie sind über Kabel mit einer Art „Hirnschrittmacher“ verbunden, der kleine elektrische Impulse an das Gehirn abgibt. Ziel der Behandlung ist es, die Bewegungsstörungen zu verbessern und Wirkungsschwankungen zu mindern. Bei extremem Tremor (Zittern) hat diese Therapie die besten Erfolge. Voraussetzung ist ein operativer Eingriff am Gehirn. Als Folge lässt sich die medikamentöse Therapie oft verringern oder vereinfachen.