Das in den Medien oft erwähnte Burnout-Syndrom ist mittlerweile jedem ein Begriff und beschreibt unsere von Stress und Unruhe geprägte Zeit. Vor allem psychosomatischen Krankheiten, die in den letzten Jahren erschreckend zugenommen haben, kann man durch autogenes Training entgegenwirken. Aber was genau ist autogenes Training? Diese Form der Entspannungstechnik wurde um 1920 vom Berliner Arzt Johannes Heinrich Schultz entwickelt und geht auf dessen Erfahrung mit der damals sehr populären Hypnosebehandlung zurück. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Form der Psychotherapie: Wird autogenes Training erfolgreich ausgeführt, so wird das Unterbewusstsein beeinflusst. Nichts anderes erfolgt bei den Techniken, die man allgemein als Meditation bezeichnet. In verschiedenen Religionen, wie dem Buddhismus und dem Hinduismus, sind Meditationstechniken von jeher bekannt und geschätzt. Autogenes Training unterscheidet sich zunächst dadurch, dass es mit keiner Form von Religiosität in Verbindung steht. Entgegen vieler Meinungen ist autogenes Training aber mehr als reine Atemkontrolle. Wichtig bei jeder Form der Meditation ist die Übung: Es genügt nicht, autogenes Training ein paar Tage lang zu praktizieren und auf einen Erfolg zu hoffen. Autogenes Training besteht aus verschiedenen recht genau festgelegten Übungen. Dabei wird zwischen Übungen einer Grund- Mittel- und Oberstufe unterschieden. Die Grundstufe beeinflusst das vegetative Nervensystem und wird am häufigsten angewendet. Sie besteht aus sechs einzelnen Übungen, bei denen in bestimmten Körperhaltungen Sätze wie Formeln im Kopf wiederholt werden. Diese Entspannungstechnik kann prinzipiell von jedem erlernt werden. Allerdings ist dazu ein Fachkundiger, meist ein Psychologe, erforderlich. Die erwähnten Übungen werden meist in Gruppensitzungen durchgeführt. Die Tatsache, dass das Erlernen immerhin sechs bis acht Wochen dauert, zeigt, dass es nicht ganz einfach ist. Dennoch kann autogenes Training sehr nützlich sein und ist als meditative Übungsfolge für das Wohlbefinden nicht zu unterschätzen.