Geht man Schuhe kaufen, hat man immer wieder mit dem selben Problem zu kämpfen. Man geht bei seinen Füßen von einer bestimmten Schuhgröße aus und probiert das auserwählte Modell in der vermeintlich passenden Größe an. Schnell stellt man fest, dass der Schuh zu eng sitzt, weil der Schnitt nicht der gleiche ist, wie bei seinem Vorgängermodell.  Aus diesem Grund sollte man also anstatt von einer Schuhgröße eher von Schuhgrößen sprechen, denn sie variieren nicht selten zwischen einer, manchmal sogar zwei Größen. Die Ursache für dieses Problem ist der Konfektionsschuh und die daraus resultierenden unterschiedlichen Größensysteme.

Normierung der Schuhgrößen

Aufgrund des rasant ansteigenden Bedarfs wurden in den USA ab Mitte des 19. Jahrhunderts Maschinen zur industriellen Schuhproduktion entwickelt. Bis dahin wurden Schuhe noch nach Maß angefertigt und somit die Schuhgrößen individuell angepasst. Auch in Europa wurde wenige Jahre später die industrielle Schuhproduktion eingeführt. Dadurch konnten erstmals fertige Schuhe gekauft werden, deren Preise durch die Massenproduktion sanken. Jedoch setzte die industrielle Produktion auch eine Normierung der Schuhgrößen voraus. Obwohl die englischen Schuhgrößen bereits seit dem 14. Jahrhunderts bekannt waren, kamen neue Größen wie der Pariser Stich sowie halbe und Viertelgrößen dazu. Bis heute existieren unterschiedliche Maßsysteme, was einen Einfluss auf die Festlegung der Schuhgrößen hat. Ein Problem ist, dass die Umrechnungen der Systeme nicht immer einheitlich ist. Die Schuhgrößen variieren also nicht nur aufgrund der verschiedenen Schnitte, sondern auch weil sich durch die Umrechnungen der Größensysteme Rundungsfehler ergeben.

Autor: Marcel Exner, Platinnetz-Redaktion

Datum: 13. August 2010