Die Generation der über 50-Jährigen wird häufig auch Oldies, Best Ager oder Silver-Generation genannt. Der starke Geburtenrückgang und die medizinischen Verbesserungen sind zwei Gründe, warum die Menschen immer älter werden. Und die Gruppe der derzeitig etwa 50- bis 60-Jährigen ist nicht nur sehr groß, sie hat sich auch im Vergleich zu ihrer Elterngeneration sehr stark verändert. Sie sind eben keine Generation der Oldies! Best Ager sind aktiv, junggeblieben und stehen beruflich wie privat mitten im Leben und stellen somit nebenbei auch die größte Kaufkraft in Deutschland dar.

Oldies in Jeans, die neue Generation der 50-Jährigen

Wenn sich heute ein 50 oder 70-Jähriger mit seiner Elterngeneration im jeweiligen Alter vergleicht, dann wird er meistens feststellen, dass er heute durch die gestiegene Lebenserwartung, durch Gesundheitsvorsorge, durch andere Ernährung, durch Sport und andere Aktivitäten insgesamt sehr viel jünger wirkt und sich auch jünger fühlt. Heute leben viele Best Ager aktiver, spontaner und auch in ganz anderen Verhältnissen als die Generation der Eltern. Man lebt nicht nur in finanziell besseren, sondern auch in gesellschaftlich lockereren Strukturen. Gab es früher eher das klassische Modell zweier Ehepartner mit Kindern, ist heutzutage alles offener und flexibler. Und das auch notgedrungen. Viele Ehen werden heute geschieden, nicht alle Menschen haben Kinder und es gibt inzwischen andere Lebensmodelle, wie das der Wohngemeinschaft oder das der Patchwork-Familien. Außerdem haben die Oldies von heute viele soziale Kontakte und sind aufgeschlossener gegenüber der Vielzahl an Freizeitbeschäftigungen. Und so aktiv, fühlt man sich dann oft gar nicht wie 60. Eigentlich liegt es nahe zu sagen: 60 ist das neue 40! Junggebliebene Oldies von heute genießen ihr Leben, wollen noch etwas lernen, reisen und noch einmal durchstarten.

Es gibt ganz allgemein eine Verjüngung im Geiste zu beobachten. Waren die eigenen Eltern in ihren Meinungen oft eher festgefahren und nicht besonders offen für Neues, ist die Denkweise heute viel offener. Das liegt auch mit daran, dass heute viele Menschen lange studieren und verhältnismäßig lange brauchen, um überhaupt erwachsen zu werden und im Beruf voll durchzustarten. Nicht nur die jungen Oldies erleben diese Entwicklung.

Und obwohl Oldies zwar mittlerweile eine große Masse innerhalb der Gesellschaft darstellen, sind Best Ager doch in den Medien verhältnismäßig unterrepräsentiert. Der Jugendwahn sorgt dafür, dass immer noch größtenteils junge Menschen gezeigt werden - sei es in der Fernsehwerbung oder auf Plakaten. Es bleibt zu erwarten und zu hoffen, dass sich das in den nächsten Jahren ändert. Und diese Veränderung ist fast unausweichlich, denn laut Berechnungen wird es im Jahr 2050 doppelt so viele 60-Jährige wie Neugeborene geben. Es bleibt aber zu befürchten, dass die Darstellung des Alters sich dann in den Medien wirklich nur auf die junggebliebenen Oldies beschränkt. Das würde aber bedeuten, dass die Gruppe der schwachen und kranken Menschen, wie auch bisher geschehen, komplett ausgeblendet würde.

Oldies aber Goldies

Die Alterspyramide und die damit verbunden Berichte, die von der Kluft zwischen einer sehr großen Anzahl älterer Menschen und weniger junger Menschen erzählen, zeigen meist nur die negativen Effekte auf. Es stellen sich Fragen nach Arbeitsplätzen, Rente und Pflege. Das Alter als Thema an sich ist außerdem nach wie vor sehr negativ besetzt. Oldies müsse man versorgen und sie seien nicht mehr produktiv, heißt es. Dabei werden aber die jungen Alten, also die Oldies von heute, vergessen. Denn diese bringen eine ganze Menge an Aktivität, Fähigkeiten und Motivation mit. Sie beleben die Gesellschaft auf ganz neue, kreative und optimistische Weise. Wer heute 50 ist, ist nicht nur körperlich fit, er hat auch die geistige Offenheit, die oft nur Jüngeren zugeschrieben wird. Eben diese Konstellation und die neuen Strukturen in beruflicher oder familiärer Hinsicht führen dazu, dass die Oldies sich auch noch einmal neu erfinden können. Ganz ähnlich wie junge Menschen probieren sie etwas aus, begeben sich auf Sinn- und Rollensuche.

Autorin: Nele Zymek, Platinnetz-Redaktion