Denn ein positives Selbstwertgefühl und ein großes Selbstvertrauen sind nicht angeboren. Das heißt aber auch, dass es nie zu spät ist, an einem eventuellen Mangel etwas zu ändern. Wenn Sie sich gerade in einer Lebenssituation befinden, in der Sie sich ganz neu mit sich selbst auseinandersetzen, ist das genau der richtige Zeitpunkt, um das Selbstvertrauen mit einzubeziehen.

Warum habe ich ein geringes Selbstbewusstsein?

Es gibt keinen Menschen, der von Geburt an wenig Vertrauen in sich selbst hat. Sowohl ein positives als auch ein negatives Selbstvertrauen entwickelt sich in den ersten Lebensjahren und ist natürlich sehr davon abhängig, wie unsere Umwelt mit uns umgeht. Im Normalfall sind dafür die Eltern verantwortlich. Wenn wir in unserer Kindheit selten Unterstützung, Lob und Anerkennung erfahren, stattdessen aber mit Kritik überhäuft werden, hat das negative Folgen für unsere Selbsteinschätzung. Natürlich spielt auch das Feedback anderer Erwachsener oder der Geschwister und Gleichaltriger eine Rolle. Bei einer Kindheit, die von Sätzen geprägt ist, wie etwa:

“Mit dir hat man nur Ärger!“ oder „Aus dir wird doch sowieso nie etwas werden!“ ist der Erwachsene mit äußerst geringem Selbstwertgefühl leider schon vorprogrammiert. Diese negativen Erfahrungen früher Jahre führen im Laufe des Lebens dazu, dass wir uns selbst äußerst kritisch sehen. Die negativen Äußerungen der Anderen brauchen wir dann gar nicht mehr, wir haben alles verinnerlicht. Jetzt hören wir ein Echo der kritischen Äußerungen, das aber nun aus uns selbst kommt.

Wege zu einem größeren Selbstbewusstsein

Natürlich gibt es charakterliche Unterschiede in Bezug auf Schüchternheit oder gewisse Hemmungen, die wir auch überwiegend ein Leben lang behalten. Aber sie spiegeln nicht unbedingt den Grad unseres Selbstwertgefühls wider. Nicht in jedem Menschen finden sich eben die Anlagen zum Allein-Unterhalter auf Parties oder zur spontanen Kontaktaufnahme mit wildfremden Menschen. Das ist auch nicht das Ziel, wenn wir ein größeres Selbstvertrauen entwickeln möchten. Diese feinen Charakterunterschiede machen doch das Leben spannend, da sie für die Individualität des Einzelnen verantwortlich sind. Wie kann ich aber nun mein zu geringes Selbstvertrauen steigern?

Mein Selbstbild

Wenn Sie in den Spiegel schauen, achten Sie von nun an nur auf die Dinge, die Ihnen gefallen. Auch bei allen anderen Dingen, die Ihre Person ausmachen, nehmen Sie sich die heraus, die positiv sind, zum Beispiel:

  • Ihr Talent, den stressigen Alltag zu organisieren.
  • Sie können anderen Menschen gut zuhören, sind als Ratgeber gesucht.
  • Ihr Nachbar vertraut Ihnen seine Schlüssel an, dazu gehört großes Vertrauen!

Jeder Mensch kann eine lange Liste mit Dingen zusammenstellen, die positiv sind! Jetzt ist es an Ihnen, sich mit Ihrer Sonnenseite auseinanderzusetzen.

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Erfolge!

Der wichtigste Schritt ist es, zu erkennen, dass die negativen Stimmen in uns zwar existieren, aber selten Recht haben. Auch wenn es zunächst unmöglich erscheint: Wir müssen aufhören, ständig diese Stimmen zu akzeptieren und ihnen zu folgen, stattdessen ist völliges Ignorieren angesagt. Während Sie sich bisher in Ihrem Leben vor allem auf Ihre Schwächen und Misserfolge konzentriert haben, ist es an der Zeit, sich nur noch mit Ihren Erfolgen zu beschäftigen. Und behaupten Sie bitte nicht, es gäbe keine. Sie haben sich lange genug mit Ihren angeblichen Fehlern auseinandergesetzt, jetzt dürfen Sie sie nach einer schnellen Analyse, wieder vergessen.

Lob annehmen!

Äußerungen anderer können tatsächlich positiv gemeint sein: Nehmen Sie ein ehrlich gemeintes Lob doch einfach an und versuchen Sie nicht, es zu relativieren! Sie werden sich daran gewöhnen, dass positives Feedback auch Ihnen gelten kann.

Geduld haben!

Ein Leben, das bisher von Ihrem geringen Selbstvertrauen geprägt war, lässt sich nicht in kurzer Zeit umkrempeln. Vertrauen Sie darauf, dass eine Wandlung langfristig funktioniert und geben Sie bei kleineren Rückschlägen nicht wieder auf. Sie werden sehen, dass Sie eines Tages überrascht feststellen, dass die gemeinen, kritischen Stimmen in Ihnen einfach verstummt sind!

Autorin: Dorothee Ragg, Platinnetz-Redaktion