Liebeskummer - aus Frust kann Chance werden!
Vielen Menschen fällt es besonders schwer, nach einer Scheidung einen Neuanfang mit einem neuen Partner zu wagen. Die Beziehungsblockade liegt dabei aber zu einem großen Teil im Kopf der Betroffenen und kann mit einer gesunden und realistischen Einstellung in den Griff bekommen werden.
Nach der emotionalen Entfernung und den anschließenden Formalitäten steht man plötzlich alleine da. Aber wie kann man einen neuen Menschen in sein Leben lassen? Vor allem in der ersten Zeit nach einer vollzogenen Scheidung fällt es vielen Menschen schwer, sich für andere zu öffnen und ein neues gemeinsames Leben anzufangen. Zu tief sitzt noch die Frustration über die gescheiterte Beziehung und den ganzen Stress, der mit einer Scheidung verbunden ist.
Eine Scheidung ist natürlich mit einer ganzen Menge Stress und Probleme verbunden. Wenn aber die Formalitäten erledigt sind und die persönlichen Krisen sich gelegt haben, empfinden viele Menschen das neue Leben als eine Befreiung. Dennoch haben viele Menschen Probleme damit, nach einer Scheidung neu anzufangen. Diese Probleme liegen natürlich im Kopf. Nach einer Scheidung fühlt sich so mancher als gebranntes Kind. Der Gedanke liegt nah, dass eine neue Beziehung ohnehin nicht funktionieren wird und alles nutzlos ist. Aber wer sich klarmacht, dass es sich dabei um eine Phase handelt, die einen Anfang und ein Ende hat, kann man an das gesamte Problem schon sehr viel entspannter herangehen. Zwar sollten Ehen ein ganzes Leben lang halten, aber die Realität sieht in sehr vielen Fällen ganz anders aus.
Es gibt ein paar Tipps, wie man nach einer Scheidung mit der neuen Freiheit am besten leben kann. Zeit ist hier auf jeden Fall ein ganz wichtiger Faktor. Man kann nicht von heute auf morgen ein anderer Mensch werden und die Vergangenheit komplett verarbeitet haben. Nach Möglichkeit sollte der Kontakt zum ehemaligen Partner gemieden werden. Das gilt vor allem dann, wenn man sich in einer akuten Krise befindet. Außerdem sollte man lernen, dass die Vergangenheit ein Teil der eigenen Persönlichkeit ist. So sollte man nicht in längst vergangenen Zeiten leben und die Realität übersehen. Andererseits gibt es aber auch keinen Grund, Probleme der Vergangenheit auszublenden und dem neuen Partnern zu verschweigen. Zu schnell sollte man sich auch nicht in eine halbgare Affäre stürzen. Wer gerade eine Ehe hinter sich hat, ist meist nicht der richtige Kandidat für schnelle Begegnungen und Abenteuer. Andererseits sollte man auch immer bedenken, dass man nicht mit zu vielen Forderungen auf einen potentiellen Partner zugehen sollte. Oft wirkt das beengend und schreckt ab. Auch eine neue Beziehung, die nach einer Scheidung eingegangen wird, muss natürlich wachsen und sollte niemals forciert werden.
Ein komplizierteres Problem ist natürlich die bereits vorhandene Familie. Für Kinder ist es naturgemäß oft sehr schwer, einen neuen Partner zu akzeptieren. Man sollte mit dieser Situation so sensibel wie möglich umgehen. Es ist auf jeden Fall keine gute Idee, den neuen Partner gleich bei der ersten Gelegenheit den Kindern zu präsentieren. Allein die Tatsache, dass dieser unter Umständen auch bald schon wieder verschwunden sein könnte, wäre vor allem für kleinere Kinder eine unerträgliche Situation.
Oft ist das eigene Selbstvertrauen nach einer Scheidung arg in Mitleidenschaft gezogen. Aber durch diese Phase sind viele Menschen durchgegangen – und das wird sich in der Zukunft auch nicht ändern. Aber selbst wenn die Phase der Verarbeitung ein oder mehrere Jahre in Anspruch nehmen sollte – ist doch immer noch ein Ende der Verzweiflung in Sicht. Bewusstsein und Selbstbewusstsein auch nach einer schwierigen Zeit der Trennung ist wichtig, um neue Perspektiven zu gewinnen. Eine Beziehung kann man nicht planen. Der Mensch neigt dazu, diese Grundregel zu vergessen. Aber neue Beziehungen ergeben sich meist in Momenten, wenn man das überhaupt nicht im Sinn hat. Es gibt immer ein Leben nach der Scheidung!
Autor: Edgar Naporra, Platinnetz-Redaktion
Datum: 20. August 2010