Wer dieser Jesus überhaupt war? Das war so ein Jude aus Palästina - jaja, das war schon vor 2000 Jahren der Welt liebster Unruheherd. Und der predigte, dass die Menschen zur Abwechslung mal endlich nett zueinander sein sollen. Die Menschen in Palästina wollten aber schon damals nicht nett zueinander sein sondern lieber die Besatzungsmacht aus ihrem Land vertreiben (jaa, auch das gab es damals schon im "Heiligen Land" Palästina) und deshalb ließen sie diesen Jesus von der Besatzungsmacht ans Kreuz nageln.

 

Dieses Kreuz, ein grausames Zu-Tode-folter-Gerät, also ein Todessymbol, wählte in der Folgezeit die Religion, die sich auf diesem Jesus aufgebaut hat, zu ihrem Kennzeichen. Zu Recht, wie ich finde, denn diese Religion hat sich - indem sie getreu dem Motto "Willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein" zu jedem, der sich ihr nicht anschließen wollte, so nett war, dass sie ihn ohne Zögern ins Jenseits beförderte - sehr um den Tod verdient gemacht.

 

Und weil dieser Jesus auch ein klein wenig dadurch berühmt wurde, dass er den Schlachtruf "Dies Haus soll ein Bethaus sein!" skandierend die Händler aus dem Tempel vertrieb, ist natürlich ganz klar, dass stilechtes Weihnachtenfeiern vor allen Dingen in einem besonders ausgeprägten Kaufrausch besteht und Weihnachten den Höhepunkt des Kommerz-Jahres darstellt. Denn das Gedenken an solch eine Heldentat muss man selbstverständlich durch besonders massives und hysterisches Kaufen und Konsumieren wach halten!

 

Später kam dann noch dieser Tannenbaum als Weihnachtssymbol hinzu, der erst vor realtiv kurz zurückliegender Zeit in Deutschland erfunden wurde. Wahrscheinlich als Ersatz für die Palmen oder Ölbäume, unter denen dieser Jesus geboren wurde und die es im Sauerland oder Schwarzwald usw. ja nicht so häufig gibt. Der allerlei Tand, mit dem der Tannenbaum zu Weihnachtsbaum veredelt wird, soll denn wahrscheinlich auch die Datteln oder Oliven versinnbildlichen, die an den nahöstlichen Gewächsen hängen würden.

 

Warum Weihnachten allerdings unbedingt »weiß« sein muss, also nach Vorstellung des Durchschnittsdeutschen unter Eis und Schnee stattzufinden hat, bleibt rätselhaft - hier ist ja nicht unbedingt eine klimatische Parallele zum Nahen Osten erkennbar. Es sei denn vielleicht, dass der leise rieselnde Schnee den Wüstensand verkörpern soll. Oder es handelt sich um einen der vielen kulturellen Importe aus den USA, wo ja im Gegensatz zum gemäßigt klimatisierten Mitteleuropa diverse Bundesstaaten in Klimaregionen liegen, in denen den Menschen gar nichts anderes übrig bleibt, als »weiße« Weihnachten zu feiern.

 

Außerdem gehören zu Weihnachten Lichter. Die heutzutage allerdings nicht mehr nur, wie es in einem schon etwas in die Jahre gekommenen Volkslied heißt, "all überall auf den Tannenspitzen" blitzen sondern vor allen Dingen in allen erdenklichen Fenstern... bzw. ... ja, eigentlich überall. Wobei natürlich klar ist, dass der Strom, der für's Leuchten dieser Lämpchen erzeugt wird... also ich meine: Es ist ja schließlich für eine heilige Sache und von daher wird der Himmel es schon irgendwie einrichten, dass dieser Strom sich nicht negativ auf die CO2-Bilanz niederschlägt.

 

Ja, aber genau wie der Kaufrausch gehören nun mal die Lichter dazu. Schließlich wurde im 4. Jahrhundert von den Römern der Geburtstag dieses Jesus nachträglich auf den 25. Dezember festgelegt und damit mit heidnischen Feiern der Wintersonnenwende verknüpft. Und zu solch einer Wintersonnenwenden-Veranstaltung gehören nun mal von jeher Lichter. Obwohl, das muss man dann ja schon kritisieren, Weihnachten ja am 24. Dezember ist, wie man aus Presse, Funk und Fernsehen, vor allen Dingen aber aus der Werbung, ständig zweifelsfrei mitgeteilt bekommt. Also haben die Lichter eigentlich gar nichts mit Weihnachten zu tun, denn man muss eigentlich endlich mal auseinanderhalten, was wir wann feiern: Am 24.12. feiern wir, in Erinnerung an die Vertreibung der Händler aus dem Tempel, Weihnachten als Höhepunkt des Konsumjahres. Am 25.12. feiern wir gleichzeitg den Geburtstag dieses Palästinensers Jesus und die Wintersonnenwende. Und ich finde es nicht in Ordnung, dass man uns nicht darüber aufklärt, welches Accessoire zu welcher Feier gehört, sondern man uns im Gegenteil sogar vorgaukelt, alles sei eins!

 

Naja, ich finde Weihnachten jedenfalls gut, denn das sind 2½ Tage, die mit 100% Zeitzuschlag versilbert werden, wenn man da arbeitet, während der Großteil der Bevölkerung sich mal wieder mit der frohen Botschaft vom "seid nett zueinander" vertraut macht und sich zu diesem Behufe mit Menschen trifft, von denen man den Rest des Jahres über froh ist, wenn man sie nicht sieht und es einem unter Einsatz aller Willenskraft gelingt, ihnen nicht den Schädel einzuschlagen.