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Philosophenecke

  • Intelligenz - Klugheit - Schlauheit - Torheit

    Intelligenz (intelligentia): Einsicht, Erkenntniskraft, Vernünftigkeit, auch intelligentes Wesen (»Geist«). Nach WUNDT ist die Intelligenz »die Gesamtsumme der bewussten und im logischen Denken ihren Abschluss findenden Geistestätigkeiten, die einheitliche Verbindung von Wollen und Vorstellen« (Eisler - Wörterbuch der philosophischen Begriffe (1904))
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    Klugheit: In der Philosophie seit Platon bis in die Neuzeit gehört Klugheit (griechisch »phronesis«, lateinisch »prudentia«) zu jeder moralischen Tugend; als Lebensklugheit eng mit der charakterlichen Eigenart des Menschen verbunden.(Meyers Lexikon)

    Konfuzius sagt: „Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.

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    Schlauheit ist die praktische Klugheit. Der Schlaue weiß seine eigenen Absichten und die Mittel zu ihrer Erreichung ebensogeschickt zu verbergen, als fremde gegen ihn selbst gerichtete Anschläge zu entdecken. Wenn seine Zwecke geringfügig sind, nennt man ihn pfiffig; sind sie mit Nachteil anderer verknüpft, verschmitzt. Merkwürdig ist der Zusammenhang zwischen Schlauheit und Dummheit: Oft sind die Schlauen, weil sie zu einseitig an sich denken, in einem Punkte dumm, während die Dummen in dem kleinen, einfachen Kreise, wo sie zu Hause sind, oft ganz schlau sind. (Kirchner - Wörterbuch der philosophischen Begriffe (1907))
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    Torheit ... das Gegenteil von Klugheit, ist die verkehrte Anwendung der Vernunft in der Praxis, mithin sowohl die richtige Verfolgung falscher Zwecke als die falsche Verfolgung richtiger Zwecke. Ein Tor jagt Unerreichbarem nach oder wählt zur Erreichung vernünftiger Absichten ungeeignete Mittel. Es ist z.B. ebenso töricht, einen gewaltigen Bau zu unternehmen, zu dessen Ausführung man nicht die Mittel hat, als nach Spatzen mit Kanonen zu schießen. Im wesentlichen heißt also das Unpraktische töricht. (Kirchner - Wörterbuch der philosophischen Begriffe (1907))
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    Je vergeistigter das Wort, desto sicherer erweckt es bei verschiedenen Menschen verschiedene Vorstellungen. Daher auch so vielfach Streit unter sonst vernünftigen und ruhigen Menschen. Leute mit verschiedenen Sprachen müssen eben streiten, wenn sie so dumm sind, miteinander sprechen zu wollen. (Fritz Mauthner - Wesen der Sprache)
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    Was brauchen wir für eine gelungene Diskussion - Intelligenz oder Klugheit? Braucht die Klugheit die Intelligenz? Reicht Schlauheit um Torheit zu erkennen? Kann der/die Intelligente dumm sein?

Beiträge

  • C. Kira 10.02.2008, 11:52:23

    "Wer ein Stück mehr Wahrheit finden will, wer sich nicht blamieren will mit Falschmeldungen - der braucht eine solide sprachlich philosophische Grundausbildung."

    Diese Forderung halte ich für etwas übertrieben.
    Man sollte sich bewusst sein, dass Sprache einmal in Ihrer Wortwahl, aber auch in Ihrem Satzbau mehrdeutig ist. Deshalb finde ich auch Hiltjas Anregung, Begriffe zu erläutern für wichtig.

    Eine weitere Dimension der Bedeutung erhält ein Satz dann zusätzlich in seinem Kontext.

  • A. nix_naxos 10.02.2008, 23:13:37

    ANimas

    >>>Oft gab es daraus die besten Ergebnisse und niemand war am nächsten Morgen ein "Feind" seines bisherigen Freundes.<<<

    Das ist verständlich. Ihr habt zusammen gesessen, konntet Euer Minenspiel sehen. Das ist ganz etwas anderes, wenn die körperliche Reaktion (muss ich jetzt nicht explizit aufzeigen), die auch dabei ist und dazugehört. Doch zu Papier gebrachte Argumentation liest sich m.E. oft wesentlich negativer, als der Ursprungsgedanke war.

    Allerdings muss ich jetzt vorsichtig fragen, ob Hiltjas für mich so interessantes Thema nicht doch langsam in den Hintergrund gerät? Zumindest in den letzten Beiträgen, in denen wieder das „Zu-Nahe-Treten“ diskutiert wurde.

  • Ehemaliges Mitglied 10.02.2008, 13:27:39

    >>> Diese Forderung halte ich für etwas übertrieben. <<<

    Das ist dir natürlich unbenommen.

    >>> Man sollte sich bewusst sein, dass Sprache einmal in Ihrer Wortwahl, aber auch in Ihrem Satzbau mehrdeutig ist. <<<

    Ergo ist es wichtig, in einem Medium, dass nur den geschriebenen Text kennt, so EINDEUTIG wie möglich zu sein (Voraussetzung: Grundkenntnisse der deutschen Sprache und ihrer Verwendung).

  • S. Hiltja 10.02.2008, 19:31:42

    Nöö, ich finde wir sind voll im Thema.

    >>Daher auch so vielfach Streit unter sonst vernünftigen und ruhigen Menschen. Leute mit verschiedenen Sprachen müssen eben streiten, wenn sie so dumm sind, miteinander sprechen zu wollen. (Fritz Mauthner)<<

    Denn wir finden gerade Ansätze, die nicht auf die Festlegung eins Intelligenz-Quotienten abzielen oder auf eine Tugend, nicht die/denjenigen ausschließen, die keine Fachleute sind, sondern jede/n in dem persönlichen Vermögen über eine thematische Zuordnung ansprechen.

  • Ehemaliges Mitglied 10.02.2008, 21:03:24

    Animas, Deinen Ausführungen möchte ich durchaus zustimmen. Auch mir
    ist eine klare Stellungnahme mit harter Kritik lieber als eine wachsweiche Aussage mit allen möglichen sachten Verständigungsmöglichkeiten und Zukleisterungen. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Und dummdreiste Arroganz erfordert eine konsequente und unmißverständliche Reaktion. Ich mache bei diesen Dialogen allerdings eine kleine, hoffentlich verzeihliche Ausnahme: Wenn ich das Gefühl habe, hier bemüht sich jemand aufrichtig seine andere Sicht der Dinge darzulegen, dann bemühe ich mich auch, ihn mit dem mir zu Gebote stehende Feingefühl und Takt auf unseren grundlegenden Dissenz hinzuweisen.