Anfang April 2009 wurde eine Scharlach-Epidemie für England gemeldet. Trat Scharlach in den Jahren zuvor vor allem in den Schwellenländern Osteuropas auffällig zahlreich auf, überstieg letztes Jahr die Anzahl der Scharlach-Erkrankungen auch in England die der letzten 20 Jahre. Auch wenn Scharlach nur in seltenen Fällen tödlich ausgeht, gibt es doch immer noch Unsicherheit darüber, welche Spätfolgen eine Erkrankung an Scharlach haben könnte. So gibt es Fälle von rheumatischem Fieber, neuropsychiatrischen Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel dem Tourette-Syndrom, die nach der Erkrankung mit Scharlach aufgetreten sind. Scharlach ist also keine harmlose Kinderkrankheit. Je früher man die Anzeichen für Scharlach erkennt und die Krankheit medikamentös bekämpft, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Komplikationen vermeiden zu können.

Deutliche Anzeichen für Scharlach

Eine Erkrankung an Scharlach geht immer mit hohem Fieber einher. Einfache Erkältungssymptome wie Husten, Übelkeit, Erbrechen, Schluckbeschwerden und Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen sind ebenfalls Anzeichen für Scharlach. Auf den Mandeln kann man Eiter sehen und meistens schwellen vor allem die Lymphknoten im Unterkiefer enorm an.

Dies sind alles Anzeichen für Scharlach, doch kann man sie nicht unbedingt von einer Grippe oder Mandelentzündung unterscheiden. Bei Scharlach jedoch treten nach einigen Tagen auffällige Symptome auf, die einen sofort veranlassen sollten, zum Arzt zu gehen:

  • die Zunge färbt sich himbeerrot
  • ein dichter roter Ausschlag bewegt sich vom Brustkorb aus über den ganzen Körper
  • das Dreieck zwischen Mund und Kinn ist blass weiß

Scharlach wird sofort mit Antibiotikern behandelt. Diese gewährleisten, dass der Patient bereits nach ein bis zwei Tagen nicht mehr ansteckend ist - ohne Antibiotika würde er dies bis zu drei Wochen sein. Auch um die Ansteckungsgefahr zu minimieren ist es also wichtig, bei den ersten Anzeichen für Scharlach einen Arzt aufzusuchen. Zudem sorgen die Antibiotika für eine schnelle Genesung. Bei frühzeitiger Behandlung kann der Patient bereits nach zwei bis drei Tagen wieder fit sein.

Autorin: Anne Bartel, Platinnetz-Redaktion