Da liegt es bei Zeitmangel nahe, ein oder zweimal ins Solarium zu gehen, um diesen Effekt künstlich zu erzielen. Als Solarium oder auch Sonnenbank kennen wir Liegebänke, die den Körper mit UV-Licht bestrahlen. Sozusagen eine künstliche Sonne für den Körper und für die Seele. Diese Solarien bewirken durch die UV-Strahlung auf die Haut einen Anreiz für die Pigmentzellen, so dass es zur Bräunung der Haut kommt. Hierbei laufen die gleichen Prozesse ab, die auch bei normaler Sonneneinwirkung ablaufen und die bewirken ebenso ein gewisses Wohlbefinden, genau wie nach einem Sonnenbad.

Der durchschnittliche Deutsche geht zwei bis dreimal im Jahr ins Solarium. Das steht ganz im Gegensatz zu der Warnung der Weltgesundheitsorganisation, die überhaupt keine Benutzung von Solarien empfiehlt. Grundsätzlich haben nämlich nachgewiesenermaßen UV-Strahlen einen negativen Effekt auf die Haut des Menschen, denn die Hautalterung wird beschleunigt und es entsteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Hautkrebs und Augenschädigungen. Keinesfalls, so wird geraten, sollte man mehr als 50 Sonnebäder im Jahr zulassen.

Dennoch treibt es viele Menschen, die wenig Zeit an der frischen Luft oder gar in der Sonne haben, aus kosmetischen oder gesundheitlichen Gründen ins Solarium. Sie schwören auf die wohltuende Wirkung und finden dunklere Haut einfach auch ästhetischer. Ganz gegensätzlich zu dem Idealbild früherer Tage, bei dem eine dunklere Haut für Armut, zumeist waren das Arbeiter auf dem Feld, die dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, und die hellere Haut für Reichtum und Stil und für eine höhere Gesellschaftsschicht stand. Heute empfinden viele Menschen dunklerer, sonnengebräunte Haut als Sinnbild für Urlaub, Reichtum und Gesundheit. Nachweislich steigert Sonnenlicht die Energie und die Laune des Menschen und der Besuch im Solarium wird je nach Fall auch bei Niedergeschlagenheit und bestimmten Hautproblemen empfohlen. Die kreislaufanregende und aktivierende Wirkung durch ein Solarium wird hier positiv gesehen. Zudem löst ein Besuch im Solarium die Produktion von Endorphinen und eine Erhöhung von Serotonin aus, welche das Wohlbefinden deutlich steigern.

Die Gefahren im Solarium

An weißem Hautkrebs erkranken in Deutschland jährlich ca. 118.000 Menschen, an schwarzem Hautkrebs etwa 22.000 Menschen neu und ungefähr 3000 Menschen sterben pro Jahr an einem bösartigen Tumor. Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen und sollte dazu anreizen, sich nicht übermäßig Sonnenbädern, auch nicht im Solarium, auszusetzen. Außerdem sollten Sie regelmäßig einen Hautarzt aufsuchen. Veränderungen der Haut lassen sich normalerweise, wenn sie früh erkannt werden, gut behandeln. In Deutschland haben zudem alle gesetzlich krankenversicherten Personen ab 35 Jahren einen Anspruch auf eine regelmäßige Hautkrebsfrüherkennung.

Inzwischen stellt außerdem die sogenannte Tanorexie eine zusätzliche Gefahr im Solarium dar. Es kann sich nämlich eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Die Betroffenen haben dabei das Verlangen, sich übermäßig zu bräunen und bekommen nach ein paar Tagen Solarium-Entzug regelrechte Entzugserscheinungen. Der Effekt der, wie die Betroffenen glauben nur durch die Sonnenbank erzielt werden kann, ist neben dem ästhetischen Effekt ein besonderes Wohlbefinden und große Entspannung.

Tipps für den gesunden Umgang mit dem Solarium

Vor dem Besuch eines Solariums sollte, wenn es überhaupt stattfinden muss, eine vernünftige Beratung stehen. Welchen Hauttyp hat man? In jedem seriösen Solarium kann ein Test erfolgen. Welche Bank eignet sich? Wie lange kann man auf die Bank gehen? Wann sollte sofort die Sonnenbank verlassen werden? usw.

Sogenannten helle Hauttypen (helle Haut, viele Sommersprossen) und natürlich Hautkrebsrisiko-Patienten wird generell ganz vom Solarium abgeraten. Außerdem sollte man bei der Benutzung eines Solariums unbedingt einen Augenschutz tragen. Besonders schlimm sind Sonnenbrände und zuviel Sonneneinfluss in der Kindheit und Jugend. Dann richten sie den größten Schaden an. Deshalb ist das Solarium für Jugendliche unter 18 Jahren inzwischen verboten und auch mit hohen Bußgeldern belegt. Wenn ein Besuch im Solarium überhaupt sein muss, wird zu zertifizierten Solarien nach den Kriterien des "Bundesamtes für Strahlenschutz" geraten. Hier wurden die Sicherheit der Geräte, die Hygiene und die Ausbildung des Personals professionell geprüft. Allerdings haben scheinbar erst ein Bruchteil der über 4.000 Sonnenbankbetreiber diese Möglichkeit genutzt.

Es gilt wie bei allem: Wichtig ist eine gute Beratung und in Maßen genießen! Denken Sie immer daran, dass häufige Besuche die Haut schnell altern lassen und ein Zuviel an UV-Strahlen immer extrem schädliche Wirkung hat.

Und allen Solarien-Besuchern, die für das Wohlbefinden ins Solarium gehen, sei gesagt: Auch ein dreißigminütiger Spaziergang an der frischen Luft bei normalen Licht hat denselben Effekt, ebenso wie Wechselduschen, Sport oder Massagen. Manchmal geht es eben auch einfach um den Effekt, 10-20 Minuten mal abzuschalten und zu entspannen. Das erleben viele im Solarium, es kann aber sehr gut ersetzt werden.

Autorin: Nele Zymek, Platinnetz-Redaktion